Fahrten Wohnung - Tätigkeit... / 2.5.3 Entgeltliche Mitnahme von Arbeitskollegen

Bei einseitigen Fahrgemeinschaften erfolgt die Mitnahme i. d. R. gegen Kostenbeteiligung. Insoweit gilt die zur Rechtslage vor Einführung der Entfernungspauschale ergangene Rechtsprechung weiter. Im Urteilsfall hatte ein Arbeitnehmer einen Kollegen gegen Erstattung der hälftigen Kosten mitgenommen. Der BFH entschied:

  • Die entgeltliche Beförderung des Kollegen führt zu steuerpflichtigen Einkünften im Rahmen der Leistungseinkünfte des § 22 Nr. 3 EStG, für die eine Freigrenze von 256 EUR gilt.
  • Die Aufwendungen für den Pkw müssen aufgeteilt werden, weil sie aus Sicht des Eigentümers mit 2 Einkunftsarten in Zusammenhang stehen, seinen Arbeitseinkünften und den durch die Beförderung des Kollegen erzielten Leistungseinkünften.
  • Der BFH begründet die Art der Aufteilung damit, dass der Arbeitnehmer seinen Pkw in erster Linie wegen des eigenen Arbeitsverhältnisses benutzt. Den Leistungseinkünften nach § 22 Nr. 3 EStG sind deshalb nur die Mehraufwendungen zuzurechnen, die durch die Mitnahme des Kollegen entstehen. Die Mehraufwendungen sind mit 0,02 EUR pro gefahrenen Kilometer zu schätzen. Anders als bei den als Fahrtkosten abziehbaren Reisekosten, bei denen die Kilometersätze eine gesetzliche Anbindung an das Bundesreisekostengesetz vorsehen, können hier die bisherigen von der Finanzverwaltung festgelegten Schätzbeträge fortgesetzt werden.
 

Wichtig

Kein Abzug der Kostenbeteiligung

Der mitgenommene Arbeitnehmer kann die als Kostenbeitrag geleisteten Beträge nicht zusätzlich neben der Entfernungspauschale als Werbungskosten abziehen. Durch den Ansatz der Entfernungspauschale sind sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte veranlasst sind.

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