Ernährung im Betrieb – Trei... / 3 Mittagessen

Das Mittagessen ist der zentrale Punkt der Verpflegung im Betrieb und natürlich die Hauptpausenzeit, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen ist – hier wird sozusagen getankt und Reifen gewechselt. Tanken bedeutet in diesem Verständnis das Nachfüllen von Treibstoff in Form von Essen und Trinken, Reifenwechseln eine Pause für das Auswechseln der heiß gelaufenen Reifen, also im übertragenen Sinne Zeit zum Relaxen. Neben dem Stillen des Hungers geht es auch um Verschnaufen, Abschalten und soziale Kontakte.

Wer diese Pause optimal verbringen kann, kehrt frisch und motiviert zurück an den Arbeitsplatz. Wer die Pause völlig auslässt oder nebenher PC-Picknick macht, wird zwar der Meinung sein, er habe mehr gearbeitet als die Kollegen mit Pause, in Wirklichkeit fehlt jedoch der Boxenstopp. Das wird sich im Laufe des Tages auf die Konzentration und langfristig auf die Gesundheit auswirken. Ein Arbeitgeber, der sich zu den Pausenzeiten und der Verpflegung klar positioniert, wird das Ergebnis zu schätzen wissen.

Unternehmen, die bereits über eine Kantine verfügen, haben schon ein großes Plus, denn die Infrastruktur ist bereits geschaffen. In den meisten Fällen gibt es jedoch immer wieder Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern bezüglich Auswahl, Geschmack und Qualität. Die Beschwerden mögen berechtigt oder weniger berechtigt sein – es ist und bleibt ein zentraler Punkt, die Beschwerden ernst zu nehmen und an der Verbesserung des Angebotes zu arbeiten.

Wer noch keine Kantine hat, aber eine einrichten möchte, sollte bereits in der Planungsphase der Kantine das spätere Angebot und die speziellen Bedürfnisse des Betriebs miteinbeziehen. Aber auch ohne Kantine können Sie ihren Mitarbeitern das tägliche Ausschwärmen zum Essensuchen ersparen.

3.1 Kantine

Egal, ob die Einrichtung Kantine, Mitarbeiterrestaurant oder Casino heißt – diese Räumlichkeiten sind eine zentrale Anlaufstelle im Unternehmen und versüßen oder versalzen die Mittagspause. Grundsätzlich ist es sicher bereits eine Überlegung wert, welchen Namen diese Einrichtung trägt, oft ist das Wort Kantine negativ besetzt. Es gibt Firmen, die ihre Kantine "Oase" nennen. Um eine Oase zu schaffen, gehören natürlich auch eine angenehme optische Umgebung und die Sorge um einen möglichst niedrigen Lärmpegel dazu.

3.1.1 Erstes Herantasten ans Thema

Wichtig ist auch hier, die W-Fragen[1] zum Einstieg in das Thema zu stellen. Bei bestehenden Kantinen ist besonders das Mitarbeiter-Feedback miteinzubeziehen. In der Planungsphase sollte zunächst die Frage nach der Zahl der Mitarbeiter und der Bedürfnisse der potenziellen Esser gestellt werden. Ein gewerblicher Mitarbeiter hat meist andere Gewohnheiten und Wünsche und auch einen anderen kalorischen Bedarf als ein administrativer Mitarbeiter. Frauen haben andere Wünsche als Männer und Teilzeitkräfte wiederum andere als Schichtarbeiter usw.

Ein Erstgespräch mit allen Beteiligten ist der Schlüssel zum produktiven Miteinander. Das gilt bei bestehenden Kantinen, die selbst betrieben werden oder an einen Betreiber verpachtet wurden, ebenso wie für eine Neuplanung. Wer seine Kantine verpachtet hat, sollte unbedingt im ständigen Dialog mit dem Pächter bleiben. Auch die großen Kantinenbetreiber können nur dann gut sein, wenn sie den nötigen Input bekommen und wissen, dass das Unternehmen die Vorgaben kontrolliert. Outsourcing darf nicht heißen, dass das gesamte Thema ausgelagert wird. Der Betreiber ist ein Dienstleister des Unternehmens und sollte genauso wie alle anderen Dienstleister im ständigen Dialog stehen.

Um einen umfassenden Überblick und Einblick in die unternehmenseigene Thematik zu finden empfiehlt sich ein Kantinencheck. Die Einbeziehung eines Fachmanns zur Moderation und für den fachlichen Input ist sehr zu empfehlen. Nur so kann man alle motiviert ins Boot holen und den Status umfassend überblicken. Die Verantwortung für das Gelingen eines guten Konzeptes liegt grundsätzlich in den Händen aller Beteiligten – nicht bei der Kantine allein.

 
Step by Step

Kantinen-Check

  1. Runder Tisch mit Unternehmensleitung und/oder Personalchef und/oder Gesundheitsbeauftragtem und Küchenleiter; Küchenbesichtigung, Probeessen
  2. Abklärung der Rahmenbedingungen:

    • Essenszahl
    • Öffnungszeiten
    • Personalqualifikation
    • Küchenausstattung
    • Budget
    • Wünsche der Gäste und des Unternehmens
    • Systeme der Essensausgabe (Cafeteria Line, Free Flow, Front Cooking)
    • Essenszeiten (Hauptmahlzeiten, Zwischenverpflegung)
    • Einsatz von Frischprodukten, Halbfertig- oder Fertigprodukten etc.
    • Klärung des gewünschten Verpflegungssystems (Mischküche, Cook & Chill, Warmverpflegung)
  3. Analyse der letzten 4 Wochenspeisepläne nach den Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung der DGE[2]

Dieser Kantinencheck dient zur Klärung des Ist-Zustandes und zur gemeinsamen Erarbeitung der zukünftigen Strategie und Handlungsfelder. Mögliche Ergebnisse können hier sein, eine neue Menülinie nach den Bedürfnissen der Mitarbeiterstruktur zu kreieren, Aktionswochen mit der Unterstützung der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zu planen oder auch neue regionale Lieferant...

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