Entspannung im Unternehmen:... / 2.2 Passive Entspannung

Gern gesehen und konsumiert muss sich immer die Frage der Nachhaltigkeit stellen. Hier die wichtigsten Vertreter:

2.2.1 Mobile Massage

Bei der mobilen Massage kommt der Masseur mit einer mobilen Massageliege zu vorab abgesprochenen Zeiten ins Unternehmen. Das spart den Mitarbeitern lange Anfahrtszeiten sowie Wartezeiten auf einen Termin.

"Minimaler Aufwand bei maximalem Gewinn" – mobile Massage wird gerne als Alibi-Funktion im Sinne von "wir tun was" missbraucht und findet angesichts der Kosten selten dauerhaft statt. Sie ist nur sinnvoll, wenn sie in ein um Nachhaltigkeit bemühtes Konzept eingebettet wird. Arbeitsplatzbezogen und mitarbeiterbezogen kann eine solche Aktion mit guten externen Dienstleistern den Weg von den Symptomen (Schmerz) gezielt zu den Ursachen, z. B. Fehlhaltungen (muskuläre Dysbalancen) oder falsche Bewegungsabläufe, aufzeigen.

 
Praxis-Tipp

Referenzen abfragen

Fragen Sie den Anbieter nach Referenzen, inwieweit er auch über die reine mobile Massage hinaus Erfahrungen aufweisen kann.

Mobile Massage ist also nur ein Mittel zum Zweck – als Kick-Off für das Thema Entspannung im Unternehmen bzw. in Verbindung mit einem Gesundheitstag –, sollte aber nie Selbstzweck sein, nicht für die Firma und auch nicht für den Anbieter selbst.

2.2.2 Elektrische Massagegeräte

Massagesessel, -kissen oder -matten werden von verschiedenen Anbietern in verschiedenen Preissegmenten angeboten. Mit ca. 50 EUR für eine Massagematte fängt es an und im High-End-Bereich werden schnell mehrere 1.000 EUR fällig. Auch im Hinblick auf die Umsetzung gibt es hier alle Varianten – von kostenlos und während der Arbeitszeit bis kostenpflichtig und nach der Arbeitszeit.

 
Praxis-Tipp

Mieten – Leasen – Kaufen

Wenn noch nicht klar ist, ob sich die Geräte auf Dauer rechnen oder etwas bringen, dann ist es besser, sie für eine bestimmte Zeit zu mieten, bevor sie teuer geleast oder gekauft und dann doch nicht dauerhaft genutzt werden.

 
Praxis-Tipp

Chance nutzen

Oft sind die Massagegeräte reine Hilfsmittel, die in akuten Fällen durch die betroffenen Mitarbeiter den Weg in die Firma finden. Dies sollte als Chance gesehen werden und es sollte – z. B. im Rahmen einer gemeinsamen Gefährdungsbeurteilung mit dem Mitarbeiter – am Arbeitsplatz gezielt nach Problemen gesucht werden. Defekte Arbeitsmittel oder deren falsche Anordnung bzw. Nutzung können schnell und ohne großen Aufwand beseitigt werden.

[1]

2.2.3 Audiovisuelle Entspannungssysteme

Audiovisuelle Entspannungssysteme verknüpfen 2 Entspannungsmethoden in einem Gerät: Massagesessel mit Tiefensuggestion und Traumreisen, Wellness- und Trancemusik, Mental- und Visualisierungstechnik mittels audiovisueller Stimulation. Vorteile:

  • geringer Platzbedarf,
  • jederzeit kurzfristig für 10 Minuten vom Mitarbeiter nutzbar.
 
Wichtig

Funktionsweise

Man nimmt auf einem Sessel Platz und lässt sich massieren, während man über Kopfhörer Entspannungsmusik hört oder eine Entspannungsmeditation macht. In die Meditationsmusik werden binaurale Töne gemischt, die das Gehirn auf verschiedenen Frequenzen stimulieren. Gleichzeitig wird das Gehirn auch noch über eine Spezialbrille mit Lichtimpulsen stimuliert. Je nach Frequenzfolge über Kopfhörer und Spezialbrille werden durch die Stimulation der verschiedenen Bereiche im Gehirn unterschiedliche Ergebnisse erreicht. Und genau diese Mischung ergibt den Entspannungseffekt. Das Flackern des Lichtes erzeugt eine entspannte und euphorische Grundstimmung.

Ein weiteres Ergebnis ist eine Vernetzung der beiden Gehirnhälften. Folge: Es entsteht ein Zugang zum Unterbewusstsein. Lerninhalte können somit einfacher verfestigt werden, da das Unterbewusstsein diese leicht aufnimmt. Das kommt Unternehmen für deren Schulungen entgegen. Der wichtigste Grund für die Implementierung einer audiovisuellen Entspannungsmöglichkeit ist jedoch die Vorbeugung stressbedingter Erkrankungen. Das Zusammenwirken von audiovisueller Entspannung und Shiatsu-Massage sorgt für Regeneration auf körperlicher und geistiger Ebene.

 
Praxis-Beispiel

Studie der Schwenninger Krankenkasse zum Thema Entspannung mit dem audiovisuellen Entspannungssystem BrainLight

Die Schwenninger Krankenkasse ist der Frage der Entspannung von Mitarbeitern im Unternehmen während der Arbeitszeit in einer Studie zusammen mit der Hochschule Furtwangen nachgegangen. Ausgangssituation war die Erkenntnis, dass das Thema psychische Erkrankung bzw. psychische Gesundheit immer stärker in den Fokus der Krankenkassen rückt und bereits 2012 die drittgrößte Gruppe der AU-Tage ausmachte. Diese Thematik wollte die Schwenninger Krankenkasse aufgreifen und analysieren, ob es möglich ist, Stress durch das audiovisuelle Entspannungssystem der Firma BrainLight zu minimieren.

Die Testpersonen kamen aus allen möglichen Tätigkeitsfeldern, z. B. Reinigungskräfte, Küchenpersonal, Techniker, Sachbearbeiter und Fachführungskräfte. Damit sollte herausgefunden werden, ob das System vielleicht eher einem gewerblichen oder einem klassischen Bildschirmarbeiter hilft.

Die Studie zeigte bei den Testpersonen eine deutliche Reduzierung des Stresslevels nach der Entspannungssitzun...

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