Entspannung / 2 Lebensprinzip Entspannung

2.1 Entspannung – Anspannung – Stress: Was ist das?

2.1.1 Wie entspannen wir im Alltag?

Sehr oft hört man: Entspannen? Ja klar, faulenzen auf der Couch, Fußball schauen und Entspannen durch Alkoholgenuss. Betrachtet man jedoch diese Entspannungsformen in Bezug auf ihre Wirkung auf Geist und Körper, so stellt man fest, dass für eine wirkliche und gesunde Form der Entspannung etwas fehlt.

Abb. 1: Regulationsmechanismus des Muskeltonus und die Beziehung zwischen Nervensystem, Psyche und Muskulatur

Entspannung ist das Gegenteil von Anspannung. Dies ist ein Lebensprinzip. Ohne Anspannung keine Entspannung, ohne Entspannung Daueranspannung bzw. Stress.

2.1.2 Was ist Stress?

Der Begriff Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet nichts anderes als Druck oder Spannung. Stress kann sowohl positiv (Eustress) als auch negativ (Disstress) sein. Insofern wird er auch unterschiedlich definiert: Hans Selye[1], bezeichnete in den 30er-Jahren Stress als "Die Würze des Lebens". Prof. Gert Kaluza, definiert Stress hingegen mit "Jede Situation, die ein Mensch als überfordernd oder bedrohlich wahrnimmt". Beide haben Recht. Jeder empfindet Stress unterschiedlich. Was für den einen schon eine Überforderung bedeutet, ist für den anderen ein positive Herausforderung.

[1] Pionier der Stressforschung, Wien (1907–1982).

2.1.3 Was passiert, wenn der Körper in Stress gerät?

Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an, die Atmung wir flach und schnell, Energie wird bereitgestellt, das logische Denken wird blockiert, um Gefahrensituationen über den Instinkt zu begegnen. Die Stresshormone Adrenalin, Dopamin, Cortisol u. a. werden vom Körper ausgeschüttet und dadurch werden Energiereserven freigesetzt, die aber wiederum unser Immunsystem auf Dauer schwächen.

Heutzutage lassen sich Stressbelastungen z. B. am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr nicht durch Flucht oder Kampf lösen, sondern sie müssen anderweitig kompensiert werden, weil sonst schwerwiegende Folgen auftreten können.

2.1.4 Was passiert, wenn der Körper nicht entspannen kann?

Negative Auswirkungen im beruflichen Umfeld können z. B. sein:

  • die Verminderung der Gedächtnisleistung und Konzentration,
  • Abnahme der Motivation,
  • allgemeine Schwächung der Leistungsfähigkeit,
  • Beeinträchtigung des Betriebsklimas,
  • Steigerung der Fehlzeiten- und Krankheitstage.

Physische und psychische Folgen von fehlenden Entspannungsmöglichkeiten können u. a. sein:

  • Abnahme der Erholungsfähigkeit und deren Folgen,
  • Herz-Kreislaufstörungen bis hin zum Herzinfarkt,
  • Anfälligkeit für Infektionskrankheiten,
  • Muskelverspannungen und Spannungskopfschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • wachsende Konfliktbereitschaft,
  • Angst und depressive Verstimmungen,
  • Absinken des Selbstwertgefühls,
  • zunehmend negative Einstellung zur Arbeit und zum Leben.

Dem muss mit Entspannung entgegengewirkt werden, denn wer angespannt ist, befindet sich nicht im Gleichgewicht; zu viel Anspannung bindet Energie, die dann an anderer Stelle fehlt.

Entspannung teilt sich in aktive Entspannung (selbst etwas für die Entspannung tun, z. B. Sport treiben) und passive Entspannung (tun lassen, z. B. sich massieren lassen) auf.

Oftmals lösen sich Probleme, die unter Stress fast unlösbar scheinen, in der Entspannung fast von selbst. Entspannung und das einfache "Nichtstun", das "Chillen" (engl. für kühlen, abkühlen, im amerikanischen Slang auch gleichbedeutend für sich entspannen, rumhängen, abhängen) ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden genauso wichtig wie jede Aktivität. Aber auch Bewegung darf nicht zu kurz kommen, wenn es um Entspannung geht, denn Bewegung ist ebenfalls ein Lebensprinzip.

2.1.5 Was passiert bei Entspannung im Körper?

Bei Entspannung wird die Atmung ruhiger. Das Herz schlägt langsamer und der Blutdruck wird gesenkt. Damit wirkt Entspannung unmittelbar entlastend auf das Herz-Kreislaufsystem. Die Muskelspannung (Tonus) lässt nach und dadurch werden Verspannungen vermindert oder nicht weiter aufgebaut. Stresshormone können ausgeschieden und vorhandene Schadstoffe im Körper abgebaut werden. Emotionen werden beruhigt. Ängste oder andere unangenehme Gefühle können durch diese positive emotionale Wirkung von Entspannung von positiven Gefühlen und angenehmen Empfindungen überlagert werden.

 
Achtung

Entspannung nicht vergessen!

Wer ausgleichend zum stressigen Alltag regelmäßig aktiv entspannt, tut seinem Körper und Geist etwas Gutes. Wer das Lebensprinzip Entspannung nicht achtet, verhält sich wie ein Formel-1-Pilot, der keinen Boxenstopp zum Reifenwechsel und auftanken macht – er bleibt irgendwann liegen und kommt nicht mehr vorwärts. Entspannung ist auftanken von Körper, Geist und Seele.

2.2 Verschiedene Entspannungsformen

Methoden und Techniken der Entspannung – teils mithilfe von Instrumenten oder technischen Apparaturen – sollen helfen, Anspannung abzubauen und Entspannung zumindest vorübergehend zu erlangen.

Es wird generell in passives und aktives Entspannen unterschieden, aber auch in Entspannung in der Freizeit und Entspannung im Unternehmen, Entspannungsmöglichkeiten gibt es viele, von A wie Abendspaziergang bis Z wie Zilgrei, einer speziellen Atemtechnik mit dem Ziel die Entspannung des Körpers und den Ausgleich der Muskeln zu fördern. Viele Entspannungsmöglichkeiten, die früher nur privat eingesetzt wurden, verschwimmen inzwisc...

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