Elternzeit, Praxisfragen und Antworten

Kurzbeschreibung

FAQs zum Thema Elternzeit: Häufig gestellte Fragen rund um die Beantragung und Inanspruchnahme von Elternzeit.

Vorbemerkung

Der Anspruch auf Elternzeit ist für alle weiblichen oder männlichen Arbeitnehmer, einschließlich der Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten, befristet oder unbefristet Beschäftigten im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) geregelt. Die Tabelle gibt eine Auswahl häufig gestellter Einzelfragen wieder. Neben der Antwort auf die Fragen sind die maßgeblichen Rechtsgrundlagen und weiterführende Informationen angegeben.

FAQs zur Elternzeit

Thema/Cluster Frage Antwort Rechtsgrundlage Weitere Informationen
Antragstellung Ab wann kann Elternzeit in Anspruch genommen werden. Ist dies bereits ab der Kenntnis der Schwangerschaft möglich? Im Prinzip ja, macht aber aus Sicht des Arbeitnehmers nicht viel Sinn. Für ihn ist die Erklärung bindend, aber er hat nichts davon, sondern bekommt den besonderen Kündigungsschutz erst 8 Wochen vor dem Beginn der Elternzeit. § 16 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Wenn die Frau erst nur 12 Monate Elternzeit nach der Mutterschutzfrist nimmt, kann sie dann noch 24 Monate bis zum 8. Lebensjahr nehmen? Bleibt die Mutterschutzfrist unberücksichtigt oder wo muss sie abgezogen werden? Nein, die Gesamtdauer der Elternzeit verkürzt sich bei der Mutter um die Schutzfrist. Beispiel: Die Schutzfrist nach der Entbindung beträgt 2 Monate und 10 Tage – die verbleibende Elternzeit beläuft sich dann nur noch auf 2 Jahre, 9 Monate und 20 Tage. § 16 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Muss im Elternzeitantrag stehen, dass man sich vorbehält, einen Teil der Elternzeit zu einem späteren Zeitpunkt zu nehmen? Der/die Arbeitnehmer/in muss sich aber für die 2 Jahre ab Erklärung der Inanspruchnahme festlegen. § 16 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Wenn eine Mutter lediglich 1 Jahr Elternzeit beantragt und im Anschluss direkt verlängern will - muss der Arbeitgeber dem zustimmen? Die Mutter muss sich nach § 16 BEEG für 2 Jahre (ggf. abzüglich der Schutzfrist) ab Inanspruchnahmeerklärung festlegen. Soweit sie es sich dann anders überlegt und in den 2 Jahren doch noch weitere Elternzeit in Anspruch nehmen will, geht das nur mit Zustimmung des Arbeitgebers. Der muss nicht zustimmen, braucht aber für eine ablehnende Entscheidung wenigstens nachvollziehbare Gründe. § 16 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Inanspruchnahme der Elternzeit bei Müttern: Darf die Mutter eine Woche nach der Geburt noch einen Antrag stellen? Ja – sofern sie die 7-wöchige Frist einhält. Wenn sie eine verlängerte Schutzfrist hat, kann sie sich auch noch mehr Zeit lassen. § 16 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
Besonderheiten bei Arbeitgeberwechsel Können Arbeitnehmerinnen, die ein Kind vor Juli 2015 geboren haben, bei einem Arbeitgeberwechsel nur mit Zustimmung des neuen Arbeitgebers ein 3. Jahr Elternzeit in Anspruch nehmen? Ja, wenn das Kind dann schon über 3 Jahre alt ist. Ist es noch unter 3 Jahren, kann die Frau die restliche Elternzeit auch vom neuen Arbeitgeber verlangen. Das Problem stellt sich immer nur, wenn ein Teil der Elternzeit auf die Zeit vom 4.-8. Lebensjahr des Kindes übertragen wurde und dann ein Arbeitgeberwechsel erfolgt. Der neue Arbeitgeber ist an die Zustimmung des alten Arbeitgebers nicht gebunden. § 16 BEEG a. F.  
Dauer der Elternzeit Wird die Zeit der Mutterschutzfrist auch angerechnet, wenn die Mutter direkt nach der Mutterschutzfrist wieder arbeitet und erst später die Elternzeit in Anspruch nimmt? Ja § 15 Abs. 2 Satz 3 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Ist es korrekt, dass die Elternzeit der Väter bei Neugeborenen immer mit dem kalendertäglichen Geburtstag des Kindes beginnt? Ja – vorher geht nicht, denn da fehlt es noch an einem Kind. Der Vater kann die Elternzeit auf den Tag der Geburt des Kindes in Anspruch nehmen. Für die Ankündigungsfrist ist dann der voraussichtliche Entbindungstermin maßgeblich. Kommt das Kind früher, liegt ein Ausnahmefall vor, bei dem die Frist unterschritten werden darf. § 15 Abs. 2 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag und Dauer"
  Eine Mitarbeiterin hat 2 Jahre Elternzeit beantragt. Sie möchte nach 1 Jahr Elternzeit wieder in Teilzeit 90 % zurückkehren. Mit welcher Frist muss sie die Elternzeit vorzeitig schriftlich beenden? Ist dann das 2. beantragte Jahr der Elternzeit verfallen oder kann dieses 2. Jahr noch übertragen werden?

Zunächst kann sie die Elternzeit nicht einseitig vorzeitig beenden, wenn nicht einer der Fälle des § 16 Abs. 3 BEEG vorliegt. Das geht nur mit Zustimmung des Arbeitgebers, die er jedenfalls bei nachvollziehbaren Gründen, z. B. Vertreter eingestellt, verweigern darf.

Sinnvollerweise beantragt diese Arbeitnehmerin Teilzeit während der Elternzeit im Umfang von 30 Wochenstunden. Wenn sie die Elternzeit vorzeitig beendet, kann sie den Rest noch später nehmen, ggf. nach Übertragung mit Zustimmung des Arbeitgebers.
§ 15 Abs. 2 BEEG "Elternzeit: Anspruch, Antrag ...

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