Elterngeld/Elternzeit, FAQs

Kurzbeschreibung

Häufig gestellte Fragen zum Thema Elterngeld/Elternzeit.

Vorbemerkung

Die Entscheidung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, nach der Geburt eines Kindes in Elternzeit zu gehen, ist durch das Elterngeld und (für ab dem 1.7.2015 geborene Kinder) Elterngeld Plus attraktiver geworden. Die Themen Elterngeld und Elternzeit werfen in Unternehmen finanzielle und organisatorische Fragen auf.

Sie können die beigefügten FAQs nutzen, um bei Fragen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort reagieren zu können. Sie können dieses Dokument auch als Ganzes in Form eines Merkblatts zur Verfügung. Auf diese Weise können auch die Führungskräfte in Ihrem Unternehmen kompetent auf Fragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingehen.

Das Elterngeld und die Elternzeit sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gesetzlich geregelt. Elterngeld kann als "Basiselterngeld" und für ab dem 1.7.2015 geborene Kinder als "Elterngeld Plus" bezogen werden.

FAQs

1. Für welche Kinder kann Elterngeld beantragt werden?

Elterngeld kann für eigene Kinder beantragt werden, die mit dem Anspruchsberechtigten in einem Haushalt leben. Darüber hinaus kann auch für Kinder des Ehepartners oder Lebenspartners, die in den eigenen Haushalt aufgenommen sind, oder für Kinder, die mit dem Ziel einer Adoption in den eigenen Haushalt aufgenommen werden, Elterngeld beantragt werden.

2. Welche Personen erhalten Elterngeld?

Elterngeld erhalten Erwerbstätige, Beamte, Selbstständige und erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende, Adoptiveltern und in Ausnahmefällen auch Verwandte dritten Grades des betreuten Kindes. Grundsätzlich muss der Anspruchsberechtigte seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Ausnahmen gibt es etwa für Grenzgänger und Ausländer.

Der Elterngeldbezieher darf nicht voll erwerbstätig sein. Teilzeitarbeit bis zu 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats ist möglich.

Voraussetzung ist stets, dass das Kind vom Anspruchsberechtigten selbst betreut und erzogen wird.

Topverdiener mit einem zu versteuernden Einkommen von über 250.000 EUR (allein stehend) bzw. 500.000 EUR (bei 2 Bezugsberechtigten) haben keinen Anspruch auf Elterngeld.

3. Wie hoch ist das Elterngeld?

Es ist zu unterscheiden zwischen Elterngeld (Basiselterngeld) und (für ab 1.7.2015 geborene Kinder) Elterngeld Plus.

Das Elterngeld knüpft an das Erwerbseinkommen des Anspruchsberechtigten vor der Geburt des Kindes an. Die Elterngeldleistung beträgt grundsätzlich 67 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens, absolut mindestens 300 EUR und höchstens 1.800 EUR. Elterngeld Plus wird für ab 1.7.2015 geborene Kinder höchstens in Höhe der Hälfte des zustehenden Basiselterngeldbetrages gezahlt. Hierbei gilt: Für einen Lebensmonat des Kindes können zwei Monatsbeträge Elterngeld Plus ausbezahlt werden.

Für die Ermittlung des Einkommens aus nichtselbstständiger Erwerbstätigkeit ist der Durchschnittsbetrag aus dem Nettoeinkommen des Antragstellers der letzten 12 Kalendermonate vor der Geburt des Kindes maßgeblich. Hierbei werden Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld oder Elterngeld sowie Monate, in denen aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung das Einkommen gesunken ist, nicht mitgezählt. Eine abweichende Einkommensermittlung gilt für (ausschließlich) selbstständig Erwerbstätige sowie für Personen (z. B. Arbeitnehmer), die vor der Geburt des Kindes Einkommen sowohl aus unselbstständiger als auch aus selbstständiger Erwerbstätigkeit erzielt haben. Für diese Personengruppen sind bei der Einkommensermittlung die jeweiligen steuerlichen Gewinnermittlungszeiträume maßgeblich, die dem letzten abgeschlossenen steuerlichen Veranlagungszeitraum (Kalenderjahr) vor der Geburt des Kindes zugrunde liegen.

Der Elterngeldmindestbetrag von 300 EUR wird auch gezahlt, wenn zuvor keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. Geringverdiener erhalten ein erhöhtes Elterngeld, um den Arbeitsanreiz zu erhalten: Ist das Nettoeinkommen vor der Geburt des Kindes geringer als 1.000 EUR monatlich, wird die Ersatzrate von 67 % auf bis zu 100 % angehoben. Für je 2 EUR, die das Einkommen unter 1.000 EUR liegt, steigt die Ersatzrate um ein 1 %.

Ist das maßgebliche Nettoeinkommen vor der Geburt höher als 1.200 EUR, sinkt der Prozentsatz von 67 % um 0,1 Prozentpunkte für je 2 EUR, um die das Nettoeinkommen den Betrag von 1.200 EUR überschreitet, auf bis zu 65 %. Der Höchstbetrag des Elterngelds von 1.800 EUR wird somit erst ab einem Nettoeinkommen von 2.769,24 EUR vor der Geburt erreicht (Prozentsatz 65 %).

Anspruchsberechtigte mit mehreren Kindern erhalten einen Geschwisterbonus in Höhe von 10 % des Elterngeldes, mindestens aber 75 EUR im Monat. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um je 300 EUR (Mehrlingszuschlag) für das zweite und jedes weitere Kind. Zusätzlich zum Elterngeld in Höhe von mindestens 67 % des wegfallenden Erwerbseinkommens oder zum Mindestbetrag von 300 EUR werden also für jedes weitere Mehrlingskind jeweils 300 EUR gezahlt. Ein dopp...

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