Elterngeld: Anspruch, Höhe ... / 1.2 Behandlung von anderen Einnahmen während des Elterngeldbezugs

1.2.1 Erwerbseinkommen

In den Monaten, in denen der Elterngeldberechtigte Erwerbseinkommen aus einer Teilzeittätigkeit (oder aus selbstständiger Tätigkeit, Gewerbebetrieb oder Land- oder Forstwirtschaft) erzielt, wird die Höhe des Elterngeldes nur aus der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Monatsentgelt und dem durchschnittlichen Entgelt vor der Geburt des Kindes ermittelt. Bei der Berechnung wird das vorgeburtliche Monatsentgelt gemäß § 2 Abs. 3 BEEG nun bei 2.700 EUR gedeckelt.

Damit wirkt sich jede Erwerbseinkunft auf die Höhe des Elterngeldes aus.

 
Praxis-Beispiel

Differenzberechnung bei Einkommen während der Elternzeit

Der Arbeitnehmer erzielt vor der Geburt durchschnittlich 3.500 EUR Erwerbseinkommen. Während der Elternzeit arbeitet er für durchschnittlich 1.000 EUR im Monat. Bemessungsgrundlage für das Elterngeld ist dann die Differenz aus 2.770 EUR (3.500 EUR gedeckelt durch den Höchstbetrag) und 1.000 EUR.

Erzielt der Mitarbeiter nicht in allen Monaten Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, so wird das Elterngeld für Monate ohne Erwerbstätigkeit wie gewöhnlich aus dem Durchschnitt der Erwerbseinkünfte vor der Geburt des Kindes errechnet. Für die Monate mit Erwerbstätigkeit wird – auch wenn die Erwerbstätigkeit unterbrochen wird – für alle Monate mit Erwerbstätigkeit ein Durchschnittserwerb errechnet und dieser dann nach den vorbeschriebenen Regeln vom Erwerbseinkommen aus der Zeit vor Elterngeldbezug abgezogen.

1.2.2 Anrechnung von anderen Sozialleistungen

Ferner werden nach wie vor gemäß § 3 BEEG verschiedene Leistungen auf das Elterngeld angerechnet, wobei ein Sockelbetrag von 300 EUR pro Kind anrechnungsfrei erhalten bleibt, es sei denn, die Anrechnung greift auch diesen Sockelbetrag an, vgl. § 3 Abs. 2 Satz 1 BEEG. Auf das einer Mutter zustehende Elterngeld wird das von ihr bezogene Mutterschaftsgeld nebst Arbeitgeberzuschuss zur Vermeidung von Doppelleistungen auch insoweit angerechnet, als die Geburt vor dem errechneten Termin liegt.[1]

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag vollständig als Einkommen angerechnet – dies betrifft auch den Mindestbetrag von 300 EUR. Jedoch erhalten Elterngeldberechtigte, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren, einen Elterngeldfreibetrag. Der Elterngeldfreibetrag entspricht dem Einkommen vor der Geburt, beträgt jedoch höchstens 300 EUR. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen anrechnungsfrei.

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