Einsatzwechseltätigkeit / 2.3 Verpflegungsmehraufwand

2.3.1 Zeitlich gestaffelte Verpflegungspauschalen

Die steuerliche Berücksichtigung von Verpflegungsmehraufwendungen erfolgt für alle Arten von Auswärtstätigkeiten nach einheitlichen Regeln. Der steuerfreie Arbeitgeberersatz bzw. Werbungskostenabzug im Rahmen einer Einsatzwechseltätigkeit ist nur in Form von Pauschbeträgen zulässig. Die Einzelabrechnung nach Belegen ist steuerlich ausgeschlossen.

 
Wichtig

Anhebung der Verpflegungspauschalen ab 1.1.2020

Die zeitlich gestaffelten Verpflegungspauschalen von 12 EUR bei einer beruflichen Abwesenheit von mehr als 8 Stunden bzw. bei einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit für An- und Abreisetage bzw. 24 EUR für Tage mit einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden wurden zum 1.1.2020 auf 14 EUR bzw. 28 EUR angehoben.[1]

Die Höhe der Inlandsverpflegungspauschalen bestimmt sich ausschließlich nach der Abwesenheitszeit am einzelnen Kalendertag. Die Abwesenheitsdauer berechnet sich immer in Bezug auf die Wohnung des Arbeitnehmers. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer bei seiner Auswärtstätigkeit stets in derselben auswärtigen Unterkunft übernachtet.[2]

 
Abwesenheitsdauer

Pauschbetrag je Kalendertag

ab 1.1.2020

Pauschbetrag je Kalendertag

bis 31.12.2019
Bis 8 Stunden 0 EUR 0 EUR
Mehr als 8 Stunden 14 EUR 12 EUR
An- und Abreisetage in Übernachtungsfällen 14 EUR 12 EUR
Mindestens 24 Stunden 28 EUR 24 EUR

Für berufliche Auslandstätigkeiten sind die vom BMF für die einzelnen Staaten festgesetzten Auslandstagegelder maßgebend.[3]

[1] § 9 Abs. 4a EStG i. d. F. des Gesetzes zur weiteren Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften.

2.3.2 3-Monatsfrist bei länger andauernder Beschäftigung

Die gesetzliche 3-Monatsfrist, die den Ansatz von Verpflegungsmehraufwendungen bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit am selben auswärtigen Beschäftigungsort auf einen Zeitraum von längstens 3 Monaten begrenzt, hat auch bei Arbeitnehmern an wechselnden Einsatzstellen weiterhin ihre Gültigkeit.[1]

2.3.3 Lohnsteuerpauschalierung steuerpflichtiger Verpflegungskostenzuschüsse

Werden Beträge vom Arbeitgeber ersetzt, die über die steuerfreien Verpflegungspauschbeträge hinausgehen, ist eine Lohnsteuerpauschalierung möglich. Zahlt der Arbeitgeber höhere Verpflegungssätze als die steuerfreien Beträge, dürfen die übersteigenden Beträge bis zur gleichen Höhe wie die steuerfreien Beträge mit einem festen Pauschalsteuersatz von 25 % versteuert werden.

2.3.4 Berechnung der Abwesenheitsdauer

Anders als bei Arbeitnehmern mit erster Tätigkeitsstätte ist für die Berechnung der maßgeblichen Verpflegungspauschale bei Arbeitnehmern, die ausschließlich an wechselnden Einsatzorten tätig sind, aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ausschließlich auf die Abwesenheit von der Wohnung abzustellen.[1] Die maßgebliche Abwesenheitszeit am jeweiligen Kalendertag beginnt also immer mit dem Verlassen der Wohnung, auch wenn der Arbeitnehmer zunächst in den Betrieb fährt, um dort Arbeiten zu verrichten. Dasselbe gilt für das Ende der Einsatzwechseltätigkeit. Maßgeblich ist immer der Zeitpunkt, in dem der Arbeitnehmer seine Wohnung erreicht.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge