Einsatzwechseltätigkeit / 1.2 Arbeitnehmer mit erster Tätigkeitsstätte

Bei Arbeitnehmern, die entweder durch arbeitsrechtliche Zuordnung seitens des Arbeitgebers oder aufgrund des Umfangs der dort verrichteten Arbeiten (mindestens 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit oder 2 volle Arbeitstage wöchentlich oder arbeitstäglich) eine erste Tätigkeitsstätte begründen, können Reisekosten nur dann vorliegen, wenn sie vorübergehend außerhalb ihrer Wohnung und ihrer ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig werden. Ein Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte ist dagegen außerhalb seiner Wohnung immer auswärts tätig.

 

Praxis-Beispiel

Tätigkeit auf Baustellen als berufliche Auswärtstätigkeit

Ein Facharbeiter eines Elektroinstallateurbetriebs ist ausschließlich auf auswärtigen Baustellen eingesetzt, die er täglich von zu Hause aus mit seinem Pkw aufsucht.

Ergebnis: Die Einsätze auf den Baustellen begründen eine berufliche Auswärtstätigkeit, da der Arbeitnehmer insoweit nicht an seiner ersten Tätigkeitsstätte tätig ist. Sämtliche Fahrten fallen unter die lohnsteuerlichen Reisekostenvorschriften.

Für die Gesamtstrecke dürfen 0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer dem Werbungskostenabzug beim Arbeitnehmer oder steuerfreien Ersatz durch den Arbeitgeber zugrunde gelegt werden.

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