Einmalzahlungen: Beitragsbe... / 2 Anteilige Beitragsbemessungsgrenze

Grundsätzlich werden bei der Beitragsberechnung die monatlichen Beitragsbemessungsgrenzen der jeweiligen Sozialversicherungszweige berücksichtigt.[1] Bei Einmalzahlungen gilt jedoch eine Besonderheit: An die Stelle der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze des Entgeltabrechnungszeitraums der Zuordnung tritt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze. Diese anteilige Beitragsbemessungsgrenze umfasst den Beschäftigungszeitraum bei dem Arbeitgeber, der die Einmalzahlung leistet, vom 1.1. des Kalenderjahres der Auszahlung, frühestens ab Beginn der Beschäftigung, bis zum Ende des Zuordnungsmonats des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts.

Beitragsfreie Zeiten (ohne Entgeltzahlung) werden nicht mitgerechnet

Wurde in Zeiten der Beschäftigung kein Arbeitsentgelt gezahlt und besteht für diese Beitragsfreiheit, werden die Zeiträume bei der Ermittlung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze nicht berücksichtigt. Entgelt wird beispielsweise nicht gezahlt wegen Arbeitsunfähigkeit, der Mutterschutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz[2] oder aufgrund der Elternzeit. Sollten während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder während der Elternzeit beitragspflichtige Einnahmen aus der Beschäftigung erzielt werden[3], gelten auch diese Zeiträume als Sozialversicherungstage. Entsprechend sind sie bei der Ermittlung der anteiligen Jahres-Beitragsbemessungsgrenze (BBG) einzubeziehen.

 
Achtung

Einmalzahlungen für Auszubildende

Erhalten Auszubildende[4] eine Einmalzahlung, sind bezüglich der Beitragstragung Besonderheiten zu berücksichtigen.[5]

2.1 Sozialversicherungstage bei der Ermittlung der anteiligen BBG

Bei der Ermittlung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze sollten zunächst die maßgebenden Sozialversicherungstage (SV-Tage) festgestellt werden. Für den Monat, dem die Einmalzahlung zugeordnet wird, sind die SV-Tage immer bis zum letzten Tag des Monats zu berücksichtigen. Folglich sind bei einer Auszahlung während der laufenden Beschäftigung, z. B. am 15.7., die SV-Tage bis einschließlich 31.7. anzusetzen.

 
Praxis-Beispiel

Anteilige Beitragsbemessungsgrenze bei Einmalzahlung im Mai

Neben einem regelmäßigen monatlichen Gehalt von 4.200 EUR wird am 21.5.2021 ein Urlaubsgeld von 4.200 EUR gezahlt. Der beitragspflichtige Teil des Urlaubsgeldes ist wie folgt zu berechnen:

 
  Beitragsbemessungsgrenze Kranken-/Pflegeversicherung Beitragsbemessungsgrenze Renten-/Arbeitslosenversicherung
monatliche Beitragsbemessungsgrenze 4.837,50 EUR 6.900,00 EUR
anteilige Beitragsbemessungsgrenze Januar bis Mai 2021 (5 × 4.837,50 EUR =) 24.187,50 EUR (5 × 7.100 EUR =) 35.500,00 EUR
./. beitragspfl. Arbeitsentgelt Januar bis Mai (5 × 4.200 EUR) 21.000,00 EUR 21.000,00 EUR
verbleiben 3.187,50 EUR 14.500,00 EUR

Von dem Urlaubsgeld sind 3.187,50 EUR beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zur Renten- und Arbeitslosenversicherung ist das Urlaubsgeld in voller Höhe (4.200 EUR) beitragspflichtig. Daraus ergibt sich für Mai ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zur Kranken- und Pflegeversicherung von (4.200 EUR + 3.187,50 EUR =) 7.387,50 EUR und zur Renten- und Arbeitslosenversicherung von (4.200 EUR + 4.200 EUR =) 8.400 EUR.

Die in dem vorherigen Beispiel aufgezeigte Ermittlung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts ist allerdings nicht erforderlich, wenn das laufende Arbeitsentgelt zuzüglich der Einmalzahlung die Beitragsbemessungsgrenzen des Entgeltzahlungszeitraums nicht überschreitet.

 
Praxis-Beispiel

Entgelt und Einmalzahlung unterschreiten Beitragsbemessungsgrenze

Im November 2021 wird neben einem Gehalt von 1.400 EUR eine Weihnachtszuwendung in Höhe von 1.400 EUR gezahlt. Da der Gesamtbetrag von 2.800 EUR die monatlichen Beitragsbemessungsgrenzen 2021 der Kranken- und Pflegeversicherung (4.837,50 EUR) sowie der Renten- und Arbeitslosenversicherung (7.100 EUR) nicht überschreitet, ist die aufwendige Ermittlung des beitragspflichtigen Teils der Einmalzahlung nicht erforderlich. Im November 2021 werden die Beiträge in allen Versicherungszweigen aus 2.800 EUR berechnet.

2.2 Unterbrechung der Beitragszeit

Während der Zeit des Bezugs von Entgeltersatzleistungen (Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Verletztengeld, Übergangsgeld, Versorgungskrankengeld) und des Bezugs von Elterngeld wird im Allgemeinen kein Arbeitsentgelt erzielt. Folglich werden keine Beiträge entrichtet. Daher werden diese beitragsfreien Zeiten i. S. d. § 224 Abs. 1 Satz 1 SGB V bei der Ermittlung der Sozialversicherungstage nicht mit angerechnet.

 
Achtung

Beitragspflichtige Zahlungen während beitragsfreier Zeiten

Sollten während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder während der Elternzeit beitragspflichtige Einnahmen aus der Beschäftigung erzielt werden[1], gelten auch diese Zeiträume als Sozialversicherungstage. Sie sind bei der Ermittlung der anteiligen Jahres-Beitragsbemessungsgrenze zu berücksichtigen.

 
Praxis-Beispiel

Berechnung der SV-Tage bei anteiligem Kalendermonat

Im Juni wird ein Urlaubsgeld gezahlt. Der Angestellte hat vom 6.5. bis zum 15.6.2021 infolge einer...

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