Durchführung eines BGM durc... / 4.1 Konzeptionelle Vorüberlegungen

Zur Konzeption einer passenden Maßnahme müssen nun die Gestaltungsanforderungen seitens der Krankenkassen berücksichtigt werden. Der Leitfaden Prävention sieht hierzu Folgendes vor:

Bedarf

Es muss dargelegt werden, inwieweit es einen Bedarf für eine entsprechende Maßnahme gibt. Beispielsweise kann eine ungünstige Gestaltung des Arbeitsplatzes zu Fehlbeanspruchungen, verbunden mit betrieblichen und gesellschaftlichen Folgekosten führen. Die gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitstätigkeit und -bedingungen bildet daher einen wichtigen Ansatzpunkt für Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung.

Wirksamkeit

Für die durchzuführende Maßnahme muss es Belege geben, dass diese auch wirksam in Bezug auf den vorhandenen Bedarf ist. Als wirksam haben sich i. Allg. ganzheitliche Prozesse erwiesen, die auf Basis einer detaillierten Analyse auf eine Optimierung der Arbeitsbedingungen und des individuellen Gesundheitsverhaltens abzielen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe der Maßnahme orientiert sich an der jeweiligen Unternehmenssituation und ist entsprechend zu definieren.

Hier sieht der Leitfaden Prävention allerdings noch eine wichtige Unterscheidung vor:

Betrachtet man sich lediglich die körperlichen Übungsprogramme auf verhaltenspräventiver Ebene (z. B. klassische Präventionskurse), so dürfen hier nur Mitarbeiter teilnehmen, die im Grunde nicht an einer behandlungsbedürftigen Erkrankung leiden. Betrachtet man die verhältnispräventive Ebene, so können hingegen alle Beschäftigten einbezogen werden. Demnach muss die Maßnahme in Phasen und dementsprechend auch in inhaltlich unterschiedliche Bausteine unterteilt werden, sodass zu Beginn alle Beschäftigten einbezogen werden können. Im weiteren Verlauf kann schließlich eine Trennung der Zielgruppen erfolgen.

Gestaltung der Maßnahme (Ziele, Inhalt und Methodik)

Um die Maßnahme inhaltlich zu konzipieren, enthält der Leitfaden Prävention unterschiedliche Handlungsfelder und Präventionsprinzipien, denen die infrage kommenden Maßnahmen bzw. die einzelnen Bausteine zugeordnet werden müssen. Ist dies möglich, so besteht weitestgehend Freiheit hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung, da keine fest definierten Programme vorgegeben sind. Zu beachten sind jedoch Kriterien, die eine (finanzielle) Förderung durch die Krankenkassen ausschließen würden.

Dabei handelt es sich um:

  • Aktivitäten, die zu den Pflichtaufgaben eingebundener oder anderer Akteure und Partner gehören,
  • isolierte, d. h. nicht in ein Gesamtkonzept eingebundene Maßnahmen externer Anbieter und deren auf das Individuum bezogene Abrechnung,
  • Forschungsprojekte/Screening ohne Interventionsbezug,
  • Aktivitäten von politischen Parteien sowie parteinahen Organisationen und Stiftungen,
  • Aktivitäten, die einseitig Werbezwecken für bestimmte Einrichtungen, Organisationen oder Produkte dienen,
  • berufliche Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen, die nicht an das Projekt gebunden sind,
  • Kosten für Baumaßnahmen, Einrichtungsgegenstände, Mobiliar, technische Hilfsmittel und Persönliche Schutzausrüstung,
  • Angebote, die weltanschaulich nicht neutral sind (vgl. Leitfaden Prävention, Kap. 6.4).

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