Duales Studium

Zusammenfassung

 
Begriff

Duale Studiengänge werden in der Regel von Fachhochschulen in Kooperation mit Unternehmen bzw. Betrieben angeboten. Sie beinhalten anders als herkömmliche Studiengänge neben den theoretischen Lernphasen einen hohen Anteil an Lernphasen in betrieblicher Praxis. Die Studiengänge vereinigen im Grundsatz die Ausbildung an einer Fachhochschule mit einem Fachhochschulabschluss entweder mit einer gleichzeitigen betrieblichen Berufs(aus)bildung mit oder ohne Prüfungsabschluss in einem anerkannten Beruf oder mit einer betrieblichen Fort- oder Weiterbildung.

Es werden 3 verschiedenen Typen dualer Studiengänge unterschieden: Ausbildungsintegrierte Studiengänge, berufsintegrierte und berufsbegleitende Studiengänge und praxisintegrierte Studiengänge.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer

1 Übernahme der Studiengebühren

Vom Arbeitgeber getragene Studiengebühren rechnen als Leistung im ganz überwiegend betrieblichen Interesse nicht zum Arbeitslohn, wenn die Ausbildung Gegenstand des Dienstverhältnisses ist (sog. Ausbildungsdienstverhältnis). Steuerrechtlich liegt kein Vorteil mit Arbeitslohncharakter vor.

Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers wird auch unterstellt, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen des Ausbildungsdienstverhältnisses Schuldner der Studiengebühren ist und der Arbeitgeber arbeitsvertraglich zur Übernahme der Gebühren verpflichtet ist und eine Rückzahlungsklausel vereinbart wurde.

2 Reisekosten zur dualen Hochschule

Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer durch den Besuch einer auswärtigen Ausbildungs- oder Fortbildungsstätte entstehen, sind nach Reisekostengrundsätzen zu berücksichtigen, wenn die Bildungsmaßnahme Ausfluss des bestehenden Dienstverhältnisses ist. Hierunter fällt insbesondere der Besuch einer dualen Hochschule ( z. B. Berufsakademie).

Bei einer Ausbildung an einer dualen Hochschule stellt grundsätzlich der Betrieb die erste Tätigkeitsstätte des Auszubildenden dar, mit dem dieser ein Ausbildungsdienstverhältnis abgeschlossen hat. Die Ausbildung im dualen System erfolgt in mehrmonatigen Abschnitten, die der Studierende im Rahmen seines Ausbildungsdienstverhältnisses ausschließlich im Betrieb und ausschließlich an der dualen Hochschule zubringt. Für den Abschnitt an der dualen Hochschule findet die gesetzliche 3-Monatsfrist für die Gewährung von Verpflegungsmehraufwendungen Anwendung. Die Fahrten zur dualen Hochschule während des jeweiligen Studienabschnitts stellen eine berufliche Auswärtstätigkeit dar.

Sozialversicherung

1 Versicherungsrechtliche Beurteilung

Die versicherungsrechtliche Beurteilung ist für alle Arten der dualen Studiengänge identisch: Obwohl die betriebliche Ausbildung sehr eng in den Studiengang integriert ist, sind die Teilnehmer als zur Berufsausbildung Beschäftigte anzusehen und demzufolge der versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

In der Unfallversicherung gelten die Teilnehmer an einem dualen Studium während der Praxisphasen als Beschäftigte des Ausbildungs- bzw. Praktikumsunternehmens. Zuständig ist der Unfallversicherungsträger des jeweiligen Betriebs. Unfallversicherungsbeiträge werden erhoben, soweit in der Unfallversicherung beitragspflichtiges Arbeitsentgelt gezahlt wird. Während der Studien- bzw. Vorlesungsphase sind die Teilnehmer über die Unfallkasse des Bundeslandes unfallversichert; die Länder tragen die Kosten des Versicherungsschutzes. Sofern Unternehmen auch für die Studien- bzw. Vorlesungsphasen ein Arbeitsentgelt zahlen, ist es zur Unfallversicherung nicht beitragspflichtig.

 
Wichtig

Werkstudentenprivileg ist ausgeschlossen

Versicherungsfreiheit in der Kranken-, in der Pflege- sowie in der Arbeitslosenversicherung als sog. "beschäftigter Student" bzw. "Werkstudent" ist hier ausgeschlossen.

Meldungen

Von den Arbeitgebern (Ausbildungsbetriebe) sind für die Dauer des dualen Studiengangs die üblichen Meldungen nach der DEÜV gegenüber der zuständigen Krankenkasse zu erstatten. In den Meldungen ist der Personengruppenschlüssel "102" zu verwenden. Dies gilt auch, wenn kein Arbeitsentgelt gezahlt wird. Wird ein Arbeitsentgelt gezahlt, das die Geringverdienergrenze in Höhe von 325 EUR nicht übersteigt, ist der Personengruppenschlüssel "121" anzugeben. Das gilt auch für Monate, in denen diese Einkommensgrenze wegen einer Einmalzahlung überschritten wird.

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