Duales Studium / 2 Studienmodelle

Insgesamt gibt es 4 verschiedene Studienmodelle, die unter dem Begriff duales Studium zusammengefasst werden. 2 davon sind Studiengänge auf dem ersten Bildungsweg ohne eine vorher abgeschlossene Ausbildung. Die anderen 2 Varianten sind Weiterbildungswege für Studierende, die bereits eine Berufsausbildung vorweisen können. Im Folgenden werden alle Variationen sowie ihre Besonderheiten erläutert.

2.1 Ausbildungsintegrierende duale Studiengänge

Bei diesem meist 4-jährigen Ausbildungsweg wird ein Bachelor-Studium mit einer Ausbildung mit IHK/HWK-Abschluss bzw. fachschulischem Abschluss kombiniert. Als Zugangsvoraussetzung gilt die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Außerdem wird normalerweise ein Ausbildungsvertrag zwischen Unternehmen und Studierenden als Bedingung erwartet. Während des Studiums wird die Ausbildung tage- oder blockweise im Unternehmen absolviert. Dabei wird der gewohnte Berufsschulunterricht gestrafft und teilweise von der Hochschule übernommen. Auf diese Weise ist ein gewisser Bezug zwischen Theorie im Studium und der Praxis im Unternehmen gewährleistet. In einigen Bundesländern, vor allem an bayrischen Fachhochschulen, existiert eine Form von dualem Studium, bei der das Studium erst nach einem Jahr Ausbildung beginnt und die restliche Ausbildung in der studienfreien Zeit nachgeholt wird. Auch diese Form gehört zu den ausbildungsintegrierenden Studiengängen.

2.2 Praxisintegrierende duale Studiengänge

Dieser 3- bis 4-jährige Ausbildungsweg verbindet ein Bachelor-Studium mit integrierten Praxisphasen. Interessenten benötigen im Vorfeld keinerlei Ausbildung oder Berufserfahrung. Allerdings gilt als Zugangsvoraussetzung die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Auch ein Arbeits-, Volontariats-, Praktikanten- oder Studienvertrag mit einem Unternehmen wird benötigt. Entweder findet der Studiengang in Form von Teilzeitarbeit im Unternehmen oder in langen Praxisphasen zwischen den Studienblöcken statt. Diese sind mit den Praxissemestern eines "normalen" Studiums nicht zu vergleichen, da sie zumeist auf den Studieninhalt abgestimmt sind und so eine optimale Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglichen.

2.3 Berufsintegrierende duale Studiengänge

Ein zumeist 3- bis 4-jähriger Ausbildungsweg, der einen Studien-Abschluss mit Teilzeittätigkeit kombiniert. Hierbei gilt eine abgeschlossene Berufsausbildung als Zugangsvoraussetzung, die allgemeine Hochschul- oder die Fachhochschulreife werden jedoch nicht grundsätzlich in jedem Studiengang erwartet. Außerdem benötigt ein Interessent einen Teilzeitarbeitsvertrag mit einem Unternehmen, wobei die Arbeit während des Studiums tage- oder blockweise ausgeführt wird. Es handelt sich um einen Ausbildungsweg, der eine Verknüpfung von Theorie und der dazu passenden Praxis ermöglicht. Bei einigen Studiengängen besteht auch die Option, zusätzlich eine Meisterqualifikation zu erlangen. Andere setzen einen Meister- oder Techniker-Abschluss voraus, oder rechnen diese Abschlüsse mit an.

2.4 Berufsbegleitende duale Studiengänge

Hier wird ein Studien-Abschluss mit einer Vollzeittätigkeit kombiniert. Die allgemeine Hochschul- oder die Fachhochschulreife sind hierbei nicht zwingend Voraussetzung. Es handelt sich um ein Selbststudium, das parallel zum regulären Arbeitsalltag verläuft und Begleitseminare beinhaltet, die höchstens an 3 Tagen in der Woche stattfinden. So können die Studierenden an 2 Wochentagen nach dem Feierabend sowie am Samstag ganztägig an Vorlesungen teilnehmen, ohne dass die tägliche Arbeit dadurch eingeschränkt wird. Das Unternehmen nimmt dabei lediglich eine unterstützende Rolle ein, sei es durch Freistellung oder Erleichterung der Arbeit.

 
Hinweis

Praxisanregung des Bundesinstituts für Berufsbildung – Begleitend ist nicht Dual

Am 21.6.2017 hat der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung ein Positionspapier[1] veröffentlicht, in dem Anforderungen und Qualitätsmerkmale des dualen Studiums definiert wurden. Dabei ging es vor allem um die Themen Arbeitsmarktmobilität sowie Kompatibilität und Anschlussmöglichkeit zu anderen, regulären Studiengängen. Darüber hinaus wurde aber auch die Empfehlung gegeben, berufsbegleitende Studiengänge nicht als dual zu deklarieren. Da diese Angebote oft nur parallel zur täglichen Arbeit laufen und inhaltlich nicht mit ihr verknüpft sind, ist das Hauptmerkmal des dualen Studiums nach Ansicht des BIBB nicht gegeben. Diesen Standpunkt vertritt auch der Wissenschaftsrat, dessen Positionen in den "Empfehlungen zur Entwicklung des dualen Studiums" im Jahr 2013 formuliert wurden.[2]

[1] https://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA169.pdf.
[2] https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3479-13.pdf.

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