Drogenmissbrauch / 2 Gängige illegale Drogen

2.1 Cannabis (Hasch, Marihuana)

Cannabis ist ein Hanfgewächs, das den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) enthält. Konsumiert wird vor allem der verharzte Pflanzensaft (Hasch, auch Dope, Shit), eine dunkelbraune, krümelige Substanz oder getrocknete Pflanzenteile (Marihuana, Gras), die wie ein grobes Gewürz aussehen. Meist wird die Droge mit Tabak geraucht (Joint, Stick, Stäbchen), seltener Nahrungsmitteln oder Getränken zugesetzt.

THC-Konsumenten erleben den Rausch entspannt und wohlgestimmt, oft mit einem Hang zur Passivität. Sie können aber auch aufgekratzt sein. Die Wirkung hält etwa 1 bis 4 Stunden an. Die Abhängigkeit tritt vergleichbar wie beim Alkohol nicht sofort, sondern langfristig auf. Das unmittelbare Gesundheitsrisiko steht nicht im Vordergrund. Gefährlich sind Fehlhandlungen unter Rauscheinfluss (z. B. Unfälle), der Übergang zu anderen Drogen und soziale Probleme (z. B. Leistungsabfall in Schule oder Beruf, Drogendelikte). Cannabisprodukte sind vergleichsweise leicht und preisgünstig zu bekommen und daher die mit Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge. Bis zu 40 % der jungen Männer haben nach aktuellen Studien damit Erfahrungen gemacht.

2.2 Kokain

Kokain (Koks, Schnee, Coke) wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauchs gewonnen und ist ein weißes, kristallines Pulver, das i. d. R. geschnupft, seltener gespritzt wird. Chemisch umgewandeltes Kokain kann auch geraucht werden (Crack, Rocks). Die Wirkung ist schmerzstillend, antriebs- und leistungsfördernd, allerdings nur sehr kurz. Danach folgen Phasen mit Angstzuständen und Halluzinationen, weswegen oft mehrere Einnahmen kurz hintereinander erfolgen. Später kommt es zu tiefer Erschöpfung und Niedergeschlagenheit.

Kokain hat ein hohes Suchtpotenzial und erhebliche kurzfristige (durch Komplikationen beim Konsum) und langfristige Gesundheitsrisiken (körperlicher Verfall, Gewichtsverlust, Organschäden, psychische Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, soziale Isolation). Kokain ist bei intensivem Konsum sehr teuer und hat das Image der "Edeldroge" für Intellektuelle und Leistungsträger.

2.3 Heroin

Heroin wird aus dem Saft des Schlafmohns gewonnen und ist eng verwandt mit Morphium und Opium. Es ist eine wasserlösliche, grau-braune bis weißliche Substanz, die oft noch weitere Inhaltsstoffe enthält und von Wirkung und Gehalt sehr unterschiedlich ist. Heroin kann geraucht oder geschnupft werden, wird aber wegen der stärkeren Wirkung von gewöhnten Abhängigen meist intravenös gespritzt.

Es wirkt schmerzlindernd und beruhigend und führt zu einem umfassenden Glücksempfinden. Heroin hat das stärkste bekannte Suchtpotenzial und auch alle anderen Risikofaktoren sind hoch (Vergiftungen, Organschäden, Infektionen durch die Injektionen, soziale Verwahrlosung, Beschaffungskriminalität usw.), sodass Heroinabhängige i. d. R. sehr schnell ins soziale Abseits und den gesundheitlichen Verfall geraten.

2.4 Synthetische Drogen/Designerdrogen

Synthetische Drogen bzw. Designerdrogen sind künstlich hergestellte Wirkstoffe, die ursprünglich zu Arzneizwecken entwickelt oder speziell zur Rauscherzeugung "designed" wurden. Es handelt sich um sehr unterschiedliche Stoffe, die dämpfend, anregend, euphorisierend oder halluzinogen wirken können und sehr viele, wechselnde Bezeichnungen haben (z. B. Speed, Ecstasy, XTC, Happy Pills, Peace Pills, Tabsi, Trips).

Sie werden meist in Form von Tabletten oder Tropfen angeboten, was die Hemmschwelle für Einsteiger gering macht ("Partydroge"). Weil Zusammensetzung und Dosis oft stark schwanken, ist die Gefahr von schweren Nebenwirkungen sehr hoch. Längerfristig kann es zur psychischen Abhängigkeit und zum körperlichen Verfall kommen.

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