Diplomand

Zusammenfassung

 

Begriff

Diplomanden sind Personen, die ihre schriftliche Abschlussarbeit eines Diplomstudiengangs einer Hochschule oder Berufsakademie verfassen. Diese Diplomarbeiten sind in bestimmten Studien- und Prüfungsordnungen vorgeschrieben. Viele Unternehmen stellen den Studenten zur Anfertigung ihrer Arbeit ihre betrieblichen Einrichtungen zur Verfügung. Mit einer Diplomandenvereinbarung wird meist vereinbart, dass die Diplomarbeit zur weiteren Verwendung dem Unternehmen überlassen wird und ob Vergütungen bzw. Honorare gezahlt werden.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Arbeitnehmereigenschaft ist in § 19 Abs. 1 EStG definiert.

Sozialversicherung: Die Kriterien einer abhängigen Beschäftigung sind in § 7 Abs. 1 SGB IV geregelt. Diplomanden sind auch Thema des Gemeinsamen Rundschreibens der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vom 23.11.2016-II.

Lohnsteuer

1 Diplomand

Viele Unternehmen sind bereit, Studenten bei der Erstellung ihrer Diplomarbeit mit Rat und Tat sowie einem pauschalen Entgelt zu unterstützen. Das Entgelt bzw. Honorar darf aber keinen Gegenwert für eine erbrachte Arbeitsleistung darstellen, sondern nur für die Erstellung und Überlassung der Diplomarbeit gezahlt werden.

Ob es sich bei Diplomanden um Arbeitnehmer und bei dem Entgelt um steuerpflichtigen Arbeitslohn handelt, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sie

  1. weisungsgebunden und
  2. als unselbstständiges Glied in den Organismus des Unternehmens eingegliedert sind.

Im Gegensatz zu Praktikanten fehlen diese Merkmale i. d. R. bei Diplomanden, da sie sich meist nur kurzfristig im betreuenden Unternehmen aufhalten, um sich Anregungen zu holen und Material zu sammeln oder Zwischenergebnisse zu besprechen.

2 Doktorand

Sofern Doktoranden, die eine Promotion anstreben, neben ihrer Doktorarbeit für ein Unternehmen oder eine Einrichtung (z. B. Universität oder Stiftung) arbeiten, sind sie i. d. R. als Arbeitnehmer und ihr Entgelt somit als Arbeitslohn zu behandeln. Auch hier gelten die Kriterien der Weisungsgebundenheit sowie der Eingliederung in das jeweilige Unternehmen. Erhalten Doktoranden Promotionsstipendien, sind diese unter den Voraussetzungen des § 3 Nr. 44 EStG steuerfrei.

3 Bachelor

Sofern Studenten im Rahmen der berufspraktischen Ausbildung eines Bachelor-Studiengangs in einem Unternehmen beschäftigt sind, werden sie als Arbeitnehmer behandelt.

Sozialversicherung

Diplomanden sind nicht als Arbeitnehmer kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig. Personen, die sich allein zur Erstellung der für den Studienabschluss erforderlichen Diplomarbeit in einen Betrieb begeben und in dieser Zeit neben der Diplomarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringen, gehören nicht zu den abhängig Beschäftigten i. S. des § 7 Abs. 1 SGB IV. Dies gilt auch, wenn sie eine Vergütung erhalten.

Dasselbe gilt für die Absolventen eines Bachelor- oder Masterstudiengangs. Sie sind nicht sozialversicherungspflichtig, wenn sie ihre Abschlussarbeit während ihrer Zeit in einem Betrieb erstellen.

 

Hinweis

Keine Beiträge, Umlagen und Meldungen

Weil keine Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung vorliegt, sind von den Betrieben aus einer Vergütung weder Sozialversicherungsbeiträge noch Umlagen an eine Einzugsstelle abzuführen.

Ebenso entfällt die Abgabe von DEÜV-Meldungen, einschließlich solcher mit der Beitragsgruppe "190" für die Unfallversicherung.

Anders gelagert sind die Fälle, in denen eine Beschäftigung dem Grunde nach zwar vorliegt, die betreffenden Personen aber in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung versicherungs- und beitragsfrei sind. In diesen Sachverhalten besteht grundsätzlich Unfallversicherungspflicht (aufgrund der bestehenden Beschäftigung) mit der Folge, dass "190er" Meldungen anfallen. Das kann z. B. bei Praktikanten vorkommen.

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