Dienstwagen in der Entgelta... / 8.3 Zuschüsse zu Anschaffungskosten

8.3.1 1-%-Regelung: Anrechnung auf geldwerten Vorteil

Zuschüsse des Arbeitnehmers, die er zu den Anschaffungskosten für einen Firmenwagen zu entrichten hat, z. B. weil er sich mit dem Arbeitgeber auf Sonderausstattungen des Fahrzeugs geeinigt hat, führen zu einer Kürzung des geldwerten Vorteils. Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten des Firmenwagens werden bei der 1-%-Methode nicht nur im Jahr der Zahlung, sondern auch in den Folgejahren auf den geldwerten Vorteil angerechnet. Danach kürzen Sonderzahlungen des Arbeitnehmers bei der 1-%-Methode ab dem Zahlungsjahr 01 und in den Jahren ab 02 so lange den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagenüberlassung, bis die Zuzahlung aufgebraucht ist.

 

Wichtig

Verteilung der Zuzahlung auf die vereinbarte Nutzungsdauer

Das FG Niedersachsen verteilt Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten auf die voraussichtliche Nutzungsdauer des Firmenwagens. Die abweichende lohnsteuerliche Anrechnung des Arbeitnehmerzuschusses im Jahr der Zahlung macht das Finanzgericht davon abhängig, dass keine Vereinbarung zur voraussichtlichen Nutzungsdauer oder zur Verteilung der Zuzahlung getroffen worden ist. Bis zur abschließenden Entscheidung durch den BFH sind die Finanzämter gehalten, an der bisherigen Verwaltungsauffassung festzuhalten.

Kürzung des Bruttolistenpreises unzulässig

Keinesfalls zulässig ist, den maßgeblichen Bruttolistenpreis um den Arbeitnehmerzuschuss zu kürzen und damit die Berechnungsgrundlage für den geldwerten Vorteil zu verringern. Dies gilt auch für ein gebraucht erworbenes Fahrzeug. Aufgrund der geänderten Verwaltungsauffassung ist es nicht mehr erforderlich, den Zuschuss zu den Anschaffungskosten in Raten auf mehrere Kalenderjahre zu verteilen, um Nachteile bei der Anrechnung zu vermeiden.

 

Praxis-Beispiel

Zulässige Anrechnung von Zuzahlungen in Folgejahren

Ein Arbeitnehmer erhält ab Dezember 2019 einen Dienstwagen zur privaten Nutzung. Der Steuerabzug soll nach der 1-%-Regelung erfolgen. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs beträgt 45.000 EUR. Nicht berücksichtigt sind dabei die Listenpreise für die enthaltene Sonderausstattung sowie das Autoradio von insgesamt 5.000 EUR. Der Arbeitnehmer hat die Aufwendungen für die Sonderleistungen zu übernehmen. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers beträgt 10 km.

Ergebnis: Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung berechnet sich im ersten Jahr wie folgt:

 
1 % von 50.000 EUR für Dezember: Bruttolistenpreis 45.000 EUR + Sonderausstattung und Autoradio 5.000 EUR 500 EUR
Zuschlag für Fahrten Wohnung – 1. Tätigkeitsstätte: 0,03 % x 50.000 EUR x 10 km + 150 EUR
Gesamter Sachbezug Dienstwagen für Dezember 650 EUR
Abzgl. Anteil Sonderzahlung – 650 EUR
Steuerpflichtiger Sachbezug Dienstwagen 0 EUR

Für 2020 errechnet sich ein geldwerter Vorteil für den Dienstwagen von 7.800 EUR (12 x 650 EUR). Hiervon kann die in 2019 noch nicht verbrauchte Zuzahlung i. H. v. 4.350 EUR (= 5.000 EUR – 650 EUR) in Abzug gebracht werden. Der steuerpflichtige Sachbezug "Dienstwagen 2019" verringert sich dadurch auf 3.450 EUR (= 7.800 EUR – 4.350 EUR).

8.3.2 Abweichende Anrechnung bei Fahrtenbuchmethode

Die Anrechnung von Zuzahlungen zum Kaufpreis im Jahr der Zahlung und ggf. in den Folgejahren auf den geldwerten Vorteil ist uneingeschränkt nur für die 1-%-Regelung anzuwenden. Im Fall der Fahrtenbuchmethode sind Arbeitnehmerzuschüsse zu den Anschaffungskosten des Dienstwagens in Form ungekürzter AfA-Beträge zu berücksichtigen, wenn diese in der betrieblichen Gewinnermittlung als Betriebseinnahme gebucht werden. Der Kilometersatz und damit der geldwerte Vorteil bleiben bei dieser Verfahrensweise unverändert. Demzufolge ist der vom Arbeitnehmer finanzierte Teil der Anschaffungskosten wie bei der 1-%-Methode im Jahr der Zahlung, und solange der bezuschusste Dienstwagen zur Verfügung steht, auf den Sachbezug Dienstwagen anzurechnen.

Wahlrecht: Kürzung der Anschaffungskosten

Macht das Unternehmen dagegen von seinem Wahlrecht Gebrauch und behandelt den Arbeitnehmerzuschuss erfolgsneutral im Wege der Kürzung der Anschaffungskosten, schlägt sich dies in einem geringeren Kilometersatz nieder, den der Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil für die Privatfahrten und Fahrten zum Betrieb zu versteuern hat. Ausgangsgröße für die Berechnung der Abschreibung sind insoweit die tatsächlichen, um die Zuzahlungen des Arbeitnehmers gekürzten Anschaffungskosten.

Ein Arbeitnehmerzuschuss wirkt sich demzufolge im Rahmen der Fahrtenbuchmethode bei dieser Berechnung nur über die geringere AfA auf die Gesamtdauer der Pkw-Überlassung aus und nicht etwa in Höhe des Zuschusses im Jahr der Zuzahlung.

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