Dienstwagen in der Entgelta... / 4.2.3 50-%-Ansatz des Bruttolistenpreises

Die Kürzung um die Kosten für das Batterie- und Speichersystem ist für die Jahre 2019 bis 2021 ausgesetzt. Stattdessen wird der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage bei der 1-%-Methode nur mit 50 % angesetzt.[1] Die Halbierung des Bruttolistenpreises führt im Ergebnis zu einer Absenkung des Prozentsatzes von 1 % auf 0,5 % und wird für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge angewendet, die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden oder vor 2019 angeschafft, aber erstmals in 2019 überlassen werden.

Für vor und nach dem Zeitraum von 2019 bis 2021 angeschaffte, geleaste oder erstmals überlassene Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge gilt der bisherige Nachteilsausgleich in Form pauschaler Abschläge für das Batteriesystem unverändert weiter.[2] Die pauschale Kürzung kann aber für Anschaffungen ab 2023 nicht mehr angewendet werden. Die Halbierung des Bruttolistenpreises, die bisher nur bis 2021 galt, wird dagegen bis 2030 verlängert. Die Verlängerung erfolgt für Elektrofahrzeuge und stufenweise für Hybridelektrofahrzeuge (sog. Plug-in-Hybride) in Abhängigkeit vom CO2-Ausstoß bzw. von der Reichweite des Elektromotors.[3]

Da "reine" Elektrofahrzeuge keinen CO2-Ausstoß produzieren, fallen sämtliche Elektro-Dienstwagen für den Anschaffungszeitraum 2019 bis 2030 unter die Vergünstigung der halbierten Bemessungsgrundlage. Die nachfolgende Übersicht ist deshalb ausschließlich bei der Überlassung von Hybridelektrofahrzeugen (Plug-in-Hybride) als Firmenwagen zu beachten.

Anforderungen an Plug-in-Hybride

Die 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises für den Anschaffungszeitraum 2019 bis 2030 ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:

 
Anschaffung Max. CO2-Ausstoß Mindestreichweite des Elektromotors
1.1.2019 – 31.12.2021 50g C02/km 40 km
1.1.2022 – 31.12.2024 50g C02/km 60 km
1.1.2025 – 31.12.2030 50g C02/km 80 km

Es ist ausreichend, wenn das Fahrzeug eine der beiden ökologischen Anforderungen erfüllt. Sind diese Anforderungen für die Kürzung nicht erfüllt, folgt die Dienstwagenbesteuerung den allgemeinen Regeln, die für Firmenwagen mit Verbrennungsmotoren gelten.

Für ein Hybridfahrzeug, das im Zeitraum 2019-2022 angeschafft wird und die Anforderungen laut Tabelle nicht erfüllt, kann ggf. eine pauschale Kürzung in Abhängigkeit der kWh infrage kommen.[4] Die bis 2018 anzuwendende pauschale Kürzung in Abhängigkeit der Batteriekapazität wird fortgesetzt und läuft zum 31.12.2022 aus. Nach jener Regelung kann ein pauschaler Abschlag erfolgen, wenn die Anforderungen nach dem Elektromobilitätsgesetz nicht erfüllt sind.[5] Für Anschaffungen des Jahres 2021 berechnet sich in diesem Fall der pauschale Abschlag mit 100 EUR pro kWh und einer Obergrenze von 6.000 EUR. Der maßgebende Kürzungsbetrag gilt ab dem begünstigten Anschaffungsjahr für den gesamten Zeitraum der Nutzungsüberlassung des Dienstwagens. Diese Regelung läuft zum 31.12.2022 aus und kann für Anschaffungen ab 2023 nicht mehr angewendet werden.[6]

 
Hinweis

Nachweis der ökologischen Anforderungen in der Praxis

Die maximal zulässige CO2-Menge sowie die erforderliche Mindestreichweite des Kfz unter ausschließlicher Nutzung des Elektromotors ergibt sich aus der sog. Übereinstimmungsbescheinigung. Für die Feststellung dieser Voraussetzungen kann in der Praxis für den Begünstigungszeitraum bis 2021 auf das sog. E-Kennzeichen abgestellt werden.[7] Begünstigte Hybridfahrzeuge sind daran erkennbar, dass das amtliche Fahrzeugkennzeichen mit dem Großbuchstaben E endet. Ab 2022 hat der Gesetzgeber die Anbindung an das Elektromobilitätsgesetz aufgegeben und die in der Übersicht dargestellten Umweltvoraussetzungen für die Begünstigung von Hybridelektroautos unmittelbar im Gesetz festgelegt.[8] Für die begünstigten Jahre ab 2022 bleibt zu hoffen, dass auf die Codierung im Fahrzeugschein als Nachweis abgestellt werden kann.[9]

Rundung auf volle 100 EUR nach Halbierung der Bemessungsgrundlage

Die Abrundung des inländischen Bruttolistenpreises auf volle 100 EUR ist nach der Kürzung um 50 % in Höhe des maßgebenden Abschlags vorzunehmen.

 
Praxis-Beispiel

E-Dienstwagen: Halbierung des Bruttolistenpreises

Der Arbeitnehmer erhält ab Januar 2021 einen E-Dienstwagen, der ihm auch zur privaten Nutzung zur Verfügung steht. Der Arbeitgeber hat das Elektrofahrzeug gebraucht für 53.000 EUR angeschafft. Der Bruttolistenpreis bei Erstzulassung im Jahr 2018 hat 60.098 EUR betragen. Die Leistung des Batteriesystems liegt bei 15 kWh. Der geldwerte Vorteil wird nach der 1-%-Regelung ermittelt. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 20 km.

Ergebnis:

 
Halbierter Bruttolistenpreis zur Berechnung des geldwerten Vorteils "E-Firmenwagen":
Bruttolistenpreis 60.098 EUR
Bemessungsgrundlage 50 % des Bruttolistenpreises von 60.098 EUR 30.049 EUR
Abgerundet auf volle 100 EUR 30.000 EUR
Geldwerter Vorteil Privatnutzung: 1 % x 30.000 EUR 300 EUR
Zuschlag für Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte: 0,03 % x 30.000 EUR x 20 km + 180 EUR
Geldwerter Vorteil 2021 pro Monat 480 EUR

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