Dienstwagen in der Entgelta... / 2.8.2 Geldwerter Vorteil für arbeitstägliche Fahrten zum Arbeitgeber

Nachteilige Auswirkungen können sich durch die Reisekostenbestimmungen für Dienstwagennutzer ergeben, die keine erste Tätigkeitsstätte haben. Die in bestimmten Fällen gesetzlich angeordnete Anwendung der Entfernungspauschale hat auch die Besteuerung beim Dienstwagen zur Folge. Ein Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte, der zwar arbeitstäglich von zu Hause den Betrieb aufsuchen muss, dort aber nur geringfügige Begleitarbeiten von untergeordneter Bedeutung ausübt, weil er seine eigentliche berufliche Tätigkeit im Außendienst verrichtet, unterliegt mit den täglichen Arbeitgeberfahrten kraft gesetzlicher Fiktion den einschränkenden Regelungen der Entfernungspauschale. Dienstwagennutzer haben für diese Arbeitgeberfahrten einen zusätzlichen geldwerten Vorteil nach den für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte geltenden Regeln zu versteuern. Dem Arbeitgeber ist aufgrund der ausdrücklichen gesetzlichen Festlegung die arbeits- bzw. dienstrechtliche Möglichkeit entzogen, für diese Fahrten zum Betrieb die Anwendung der reisekostenrechtlichen Kilometersätze bzw. die Steuerfreiheit beim Dienstwagen zu bewirken.

 

Praxis-Beispiel

Geldwerter Vorteil durch gesetzliche Fiktion der Entfernungspauschale

Ein Kundendienstmonteur muss arbeitstäglich morgens die Firma aufsuchen, um seine Kundenaufträge abzuholen bzw. abzugeben. Für seine berufliche Auswärtstätigkeit steht ihm ein Firmenfahrzeug zur Verfügung. Eine arbeitsrechtliche Festlegung der ersten Tätigkeitsstätte ist nicht erfolgt.

Ergebnis: In der Firma wird durch die mangels arbeitsrechtlicher Festlegung maßgebenden zeitlichen Grenzen keine erste Tätigkeitsstätte begründet. Allein ein regelmäßiges Aufsuchen der betrieblichen Einrichtung, z. B. um Material, Auftragsbestätigungen oder Ähnliches abzuholen oder abzugeben, führt noch nicht zu einer Qualifizierung der betrieblichen Einrichtung als erste Tätigkeitsstätte. Gleichwohl werden die morgendlichen Fahrten zur Firma wie Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte behandelt. Die gesetzliche Fiktion bewirkt, dass ein geldwerter Vorteil für die Dienstwagennutzung zu erfassen ist, der sich bei der 1-%-Methode mit der Monatspauschale von 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer berechnet.

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