Dienstwagen in der Entgelta... / 2.7.4 Berechnung der 0,03-%-Monatspauschale

Abzustellen ist auf die einfache Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, diese ist auf den nächsten vollen Kilometerbetrag abzurunden.

 
Praxis-Beispiel

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Ein Arbeitnehmer erhält einen gebraucht angeschafften Dienstwagen auch zur Privatnutzung. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung hat 60.064 EUR betragen. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 20 km.

Ergebnis: Der geldwerte Vorteil pro Monat berechnet sich wie folgt:

 
Geldwerter Vorteil für Privatfahrten: 1 % von 60.000 EUR 600 EUR
Zuschlag für Fahrten Wohnung – 1. Tätigkeitsstätte: 0,03 % x 60.000 EUR x 20 km + 360 EUR
Lohnsteuerpflichtiger Sachbezug Dienstwagen 960 EUR

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, den geldwerten Vorteil für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte bis zur Höhe der Pauschale von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer mit 15 % pauschal zu versteuern.

Grundsätzlich keine Bewertungskürzung bei Park-and-Ride-System

Der Zuschlag für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte ist auch zu erheben, falls der Arbeitnehmer seine arbeitstägliche Strecke zum Betrieb im "Park-and-Ride-System" zurücklegt. Wird das überlassene Firmenfahrzeug nur für eine Teilstrecke eingesetzt, weil der Arbeitnehmer für den übrigen Weg zum Arbeitgeber öffentliche Verkehrsmittel benutzt, ist nach bisheriger Besteuerungspraxis der Finanzämter gleichwohl der Ermittlung des geldwerten Vorteils die gesamte Entfernung zugrunde zu legen.

Nutzungsverbot als Ausweg

Eine Beschränkung der Zuschlagsberechnung auf die mit dem Dienstwagen zurückgelegte Entfernung ist dann zulässig, wenn der Arbeitgeber das Fahrzeug ausdrücklich nur für diese Teilstrecke zur Verfügung stellt. Die weitergehende Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte muss dem Arbeitnehmer untersagt sein. Ein entsprechendes Nutzungsverbot muss der Arbeitgeber nicht überwachen.

Beschränkung des 0,03-%-Zuschlags auf Teilstrecke

Die Begrenzung auf die tatsächliche Fahrstrecke gilt auch dann, wenn die weitergehende Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte dem Arbeitnehmer arbeitsrechtlich nicht untersagt ist. Auch ohne Nutzungsverbot ist die Berechnung des Zuschlags von 0,03 % nach der tatsächlich zurückgelegten Teilstrecke zulässig, wenn der Arbeitnehmer nachweist, dass er den Dienstwagen ausschließlich für den Weg von der Wohnung zum jeweiligen Bahnhof einsetzt. Ausreichend ist es bereits, wenn eine auf den Arbeitnehmer ausgestellte Jahres-Bahnfahrkarte vorgelegt wird, aus der sich eine tatsächliche Nutzung des Firmenfahrzeugs nur für den Weg von der Wohnung zum jeweiligen Bahnhof ergibt. In diesem Fall ist der Zuschlag von 0,03 % ausschließlich nach den Entfernungskilometern der Teilstrecke zu berechnen, für die der Dienstwagen tatsächlich eingesetzt wird. Zur Beweisvorsorge sollte der Arbeitgeber die Jahresfahrkarte nach Ablauf des Jahres als Beleg zum Lohnkonto nehmen.

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