Dienstwagen in der Entgelta... / 2.10.3.5 Kauf nach Leasingende

Erwirbt der Arbeitnehmer bei Beendigung der Nutzungsüberlassung ein Leasingfahrrad oder -E-Bike zu einem geringeren Preis als dem Marktwert (= üblicher Endpreis am Abgabeort[1]), unterliegt der Differenzbetrag als Arbeitslohn von dritter Seite dem Lohnsteuerabzug. Nach einer Vereinfachungsregelung[2] können als Endpreis eines (Elektro-)Fahrrads, das der Arbeitnehmer nach Ablauf einer 36-monatigen Nutzungsüberlassung erwirbt, 40 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme (brutto) angesetzt werden. Soweit der Ansatz eines geringeren Restwerts, insbesondere von 10 % des Neupreises, geltend gemacht wird, muss der Arbeitgeber den Nachweis über den niedrigeren Restwert in geeigneter Weise führen, etwa durch Vorlage eines anerkannten Gutachtens.

Nach dieser Vereinfachungsregelung darf der Zuwendende, z. B. der Leasinggeber oder der Dienstleister, alternativ zur individuellen Versteuerung die Besteuerung mit dem Pauschsteuersatz von 30 % nach § 37b EStG übernehmen. Auch in diesem Fall ist die vereinfachte Restwertermittlung anzuwenden und die pauschale Endpreisermittlung mit 40 % anzusetzen, sofern der Arbeitgeber keinen geringeren Restwert nachweist. Soweit im Rahmen der Vertragsgestaltung nach Ablauf des 3-jährigen Leasingzeitraums eine Restwertzahlung von 10 % des ursprünglichen Kaufpreises mit dem Arbeitnehmer festgelegt wird, entsteht ohne Nachweisführung ein geldwerter Vorteil aus dem Erwerb des Elektrofahrrads, für den die Pauschalbesteuerung mit 30 % angewendet werden darf.

 
Wichtig

Lohnsteuerpauschalierung ab 2020 mit 25 %

Ab 1.1.2020 wird für die Übereignung eines Elektrofahrrads, das kein Kfz ist, oder eines Fahrrads – zusätzlich zur pauschalen Besteuerung nach § 37b EStG – dem Arbeitgeber die Pauschalierungsmöglichkeit des hierbei anfallenden geldwerten Vorteils mit 25 % eröffnet.[3] Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber das betriebliche (Elektro-)Fahrrad seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt übereignet. Die Bemessung des geldwerten Vorteils erfolgt nach dem Verkehrswert am Abgabeort im Zeitpunkt der Übereignung. Die Vereinfachungsregelung, die nach Ablauf einer 36-monatigen Nutzungsüberlassung einen Ansatz des Marktwerts mit 40 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme einschließlich Umsatzsteuer zulässt[4], ist auch für die Pauschalbesteuerung mit 25 % anzuwenden.

Der Vorteil gegenüber der Pauschalierung nach § 37b EStG liegt nicht nur in dem um 5 Prozentpunkte geringeren Steuersatz, sondern im Wesentlichen in der Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung. Die Übernahme der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber mit dem Pauschsteuersatz von 25 % bewirkt den gleichzeitigen Wegfall der Sozialversicherungsbeiträge.[5]

Wird eine Nutzungsüberlassung auch für (Elektro-)Fahrräder von Familienangehörigen des Arbeitnehmers vereinbart, sind die lohnsteuerlichen Konsequenzen für jedes (Elektro-)Fahrrad zu ziehen und die geldwerten Vorteile beim Arbeitnehmer zu versteuern.

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