Dienstwagen in der Entgelta... / 2.10.3.4 Lohnsteuerpflichtiges Dienstrad im Wege der Barlohnumwandlung

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer im Rahmen einer Entgeltumwandlung ein Jobrad oder ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, auch zur privaten Nutzung, ergibt sich wie bisher ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Werden die (Elektro-)Fahrräder unter Anrechnung der Leasingraten auf das bisherige Gehalt dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt, ist die Steuerbefreiung ausgeschlossen. Modelle der Entgeltumwandlung sind also nach der Gesetzesfassung nicht begünstigt.

Überlässt der Arbeitgeber das arbeitnehmerfinanzierte betriebliche (Elektro-)Fahrrad, gilt wie beim Firmenwagen[1] eine gekürzte Bemessungsgrundlage.

Bemessungsgrundlage

Entsprechend der Regelung zum Elektro-Dienstwagen[2] ist für die private Nutzung (einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zum Sammelpunkt oder weiträumigen Tätigkeitsgebiet[3] und Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung) die Bemessungsgrundlage ab 2020 auf 0,25 % des monatlichen Durchschnittswerts zu kürzen.

Für ein Jobrad, das im Wege der Barlohnumwandlung überlassen wird, berechnet sich der monatliche Durchschnittswert ab 2020 daher mit 1 % des auf volle 100 EUR abgerundeten Viertels der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahrrads einschließlich der Umsatzsteuer. Die Abrundung auf volle 100 EUR ist wie bei der halbierten Bemessungsgrundlage nach der Kürzung durchzuführen.[4]

 
Hinweis

Wegfall der halbierten Bemessungsgrundlage ab 2020

Die Neuregelung gilt ab 2020 für betriebliche (Elektro-)Fahrräder, die erstmals ab dem 1.1.2019 und vor dem 1.1.2031 überlassen werden. Sie umfasst damit die (Elektro-)Fahrräder, die in 2019 mit der halbierten Bemessungsgrundlage lohnsteuerlich zu erfassen waren sowie alle diejenigen, die erstmals ab 2020 dem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlassen worden sind. Ab 2020 entfällt damit die Anwendung des halbierten Durchschnittswerts.

 
Wichtig

Keine 44-EUR-Grenze bei Durchschnittswertbesteuerung

Wird der geldwerte Vorteil nach der Durchschnittswertmethode[5] ermittelt, kann die 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze nicht in Anspruch genommen werden. Dies gilt unabhängig davon, ob der monatliche geldwerte Vorteil für Zeiträume ab 1.1.2019 mit 0,5 % oder 1 % berechnet wird.[6] Ebenso ist die Kürzung des Bruttolistenpreises um die Kosten für das Batteriesystem[7] und die Halbierung der Bemessungsgrundlage für Anschaffungen ab 2019[8] nicht zulässig. Allerdings umfasst der 1-%-Durchschnittswert beim echten (Elektro-)Dienstfahrrad auch die arbeitstäglichen Fahrten zum Arbeitgeber, sodass die Erfassung eines zusätzlichen Vorteils und damit der 0,03-%-Zuschlag anders als beim Kfz-E-Dienstrad entfällt.

[4] Gleichlautender Ländererlass v. 9.1.2020, IV C 5 – S 2334/19/10005 :002, Rz. 2.

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