Dienstwagen, Fahrtenbuch / 4 Steuerermäßigung für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride

4.1 Abschläge bei AfA und Leasingbeträgen

Bei einem Elektro- bzw. extern aufladbaren Hybridelektroauto (sog. Plug-in-Hybrid) erhöhen die Kosten für die Batterie in Form der Abschreibung den individuellen Kilometersatz und damit im Ergebnis den lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Zur Förderung der Elektromobilität erfolgt bei der Fahrtenbuchmethode eine Kürzung der abschreibungsfähigen Anschaffungskosten bzw. bei Leasingfahrzeugen eine Kürzung der Leasingraten.[1] Sie bewirkt einen geringeren Kilometersatz und damit einen geringeren geldwerten Vorteil für die Privatnutzung des Elektro-Dienstwagens beim Arbeitnehmer.

4.2 Pauschaler Abschlag pro kWh für bis 2018 angeschaffte E-Dienstwagen

Für E-Fahrzeuge mit Erstzulassung bis 2018 werden die insgesamt für das Elektro-Firmenfahrzeug entstandenen Kosten um einen pauschalen Abschlag von 500 EUR pro kWh der Batteriekapazität gekürzt. Die Kürzung ist auf max. 10.000 EUR begrenzt. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung nach 2013 wird der pauschale Abschlag seit 2014 sukzessive um jährliche 50 EUR abgeschmolzen, der hierbei zu beachtende Höchstbetrag um jährliche 500 EUR. Diese Bonusregelung ist auf Elektrofahrzeuge begrenzt, die bis zum 31.12.2022 angeschafft werden. Die einzelnen Abschläge in Abhängigkeit des Anschaffungsjahres können der folgenden Tabelle entnommen werden:

 
Jahr der Anschaffung Kürzung pro kWh Batteriekapazität Höchstbetrag der Kürzung
2013 und früher 500 EUR pro kWh 10.000 EUR
2014 450 EUR pro kWh 9.500 EUR
2015 400 EUR pro kWh 9.000 EUR
2016 350 EUR pro kWh 8.500 EUR
2017 300 EUR pro kWh 8.000 EUR
2018 250 EUR pro kWh 7.500 EUR
2019

200 EUR pro kwH/

50-%-Ansatz[1]

7.000 EUR/

keine Obergrenze
2020

150 EUR pro kWh/

50-%-Ansatz[2] bzw. 25-%-Ansatz[3]

6.500 EUR/

keine Obergrenze
2021

100 EUR pro kWh/

50-%-Ansatz[4] bzw. 25-%-Ansatz[5]

6.000 EUR/

keine Obergrenze
2022

50 EUR pro kWh/

50-%-Ansatz[6] bzw. 25-%-Ansatz[7]

5.500 EUR/

keine Obergrenze
2023 bis 2030 50-%-Ansatz[8] bzw. 25-%-Ansatz[9] keine Obergrenze
[1] S. Abschn. 4.3.
[2] S. Abschn. 4.3.
[3] S. Abschn. 4.4.
[4] S. Abschn. 4.3.
[5] S. Abschn. 4.4.
[6] S. Abschn. 4.3.
[7] S. Abschn. 4.4.
[8] S. Abschn. 4.3.
[9] S. Abschn. 4.4.

4.3 50-%-Ansatz der AfA-/Leasingbeträge für ab 2019 angeschaffte E-Dienstwagen

Die Kürzung um die Kosten für das Batterie- und Speichersystem ist für die Jahre 2019 bis 2021 ergänzt um die mögliche Kürzung des Bruttolistenpreises auf 50 %. Entsprechend der Regelung bei der 1-%-Methode[1] werden auch bei der Fahrtenbuchmethode die Anschaffungskosten und damit die Abschreibungsbeträge für vom 1.1.2019 angeschaffte Elektro- und Hybridelektro-Dienstwagen nur zur Hälfte angesetzt.[2] Diese Halbierung des Bruttolistenpreises, die ursprünglich nur bis 2021 gelten sollte, wurde nun über 2021 hinaus bis 2030 verlängert.[3]

Bei Leasingfahrzeugen treten an die Stelle der AfA-Beträge die monatlichen Leasingraten, die ebenfalls nur zu 50 % bei der Berechnung des für den geldwerten Vorteil maßgebenden Kilometersatzes einbezogen werden. Die Halbierung der Abschreibungs- und Leasingbeträge gilt für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge in gleicher Weise.

Steigende Anforderungen an Hybridelektrofahrzeuge

Bei Hybridelektrofahrzeugen (sog. Plug-in-Hybriden) ist die Halbierung der AfA-Beträge bzw. Leasingraten an bestimmte Anforderungen hinsichtlich CO2-Ausstoß bzw. Reichweite des Elektromotors geknüpft. Abhängig vom Anschaffungsjahr steigen die Anforderungen stufenweise an:

 
Jahr der Anschaffung Mindestreichweite des Elektromotors max. CO2-Ausstoß
2019 – 2021 40 km 50g CO2/km
2022 – 2024 60 km 50g CO2/km
2025 – 2030 80 km 50g CO2/km

Ausreichend ist es, wenn das Fahrzeug eine der beiden ökologischen Anforderungen erfüllt. Sind diese Anforderungen für die Kürzung nicht erfüllt, folgt die Dienstwagenbesteuerung den allgemeinen Regeln, die für Firmenwagen mit Verbrennungsmotoren gelten.

Für ein Hybridfahrzeug, das im Jahr 2022 angeschafft wird und die Anforderungen laut Tabelle nicht erfüllt, kommtggf. eine pauschale Kürzung in Abhängigkeit der kWh-Batterienkapazität infrage.[4] Die bis 2018 anzuwendende pauschale Kürzung in Abhängigkeit der Batterienkapazität wird fortgesetzt und läuft zum 31.12.2022 aus. Nach jener Regelung kann ein pauschaler Abschlag erfolgen, wenn die Anforderungen nach dem Elektromobilitätsgesetz nicht erfüllt sind.[5] In diesem Fall ist im Jahr 2021 ein pauschaler Abschlag von 100 EUR pro kWh (max. 6.000 EUR) möglich. Diese Regelung läuft zum 31.12.2022 aus und kann für Anschaffungen ab 2023 nicht mehr angewendet werden.[6]

4.4 25-%-Ansatz der AfA-/Leasingbeträge für "reine" E-Dienstwagen ab 2020

Für Elektro-Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis bis 60.000 EUR im Zeitpunkt der Erstzulassung werden – entsprechend der Kürzung bei der 1-%-Regelung[1]- bei der Fahrtenbuchmethode die Anschaffungskosten und damit die Abschreibungsbeträge nur mit 25 % angesetzt.[2] Die im Gesetz zur weiteren Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften ursprünglich festgelegte Oberg...

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