Dienstwagen, 1-%-Regelung / 2.2.4 Wegfall der 0,03-%-Pauschale für volle Kalendermonate

Die 1-%-Monatspauschale für die Privatnutzung sowie die 0,03 % für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte müssen unabhängig davon angesetzt werden, wie oft der Arbeitnehmer seinen Firmenwagen für solche Fahrten tatsächlich nutzt. Anders als beim 1-%-Ansatz kann nach der im Schrifttum herrschenden Auffassung auf den 0,03-%-Ansatz für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte verzichtet werden, wenn der Arbeitnehmer den Dienstwagen nicht wenigstens an einem Arbeitstag für die Fahrten zum Betrieb, Büro u. a. nutzt. Ist der Arbeitnehmer einen vollen Kalendermonat krank oder hat er einen längeren, einen vollen Kalendermonat überschreitenden Urlaub, entfällt deshalb der Zuschlag von 0,03 % für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.

 
Praxis-Tipp

Keine 0,03-%-Pauschale für volle Kalendermonate

Dasselbe muss für die Kurzarbeit 0 (= Vollausfall) gelten. Unternimmt der Arbeitnehmer keine einzige Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte in einem Kalendermonat, unterbleibt der Ansatz des Zuschlags von 0,03 %. Die Berechnung der 1-%-Pauschale für die Privatnutzung bleibt hiervon unberührt. Dasselbe Ergebnis gilt m. E., wenn für den Arbeitnehmer, z. B. als Folge der Corona-Pandemie, die Arbeit im Homeoffice angeordnet ist, und er deshalb den ganzen Monat seinen eigentlichen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber nicht aufsuchen muss. Die Nachweispflicht für den Wegfall der 0,03-%-Monatspauschale bei der monatlichen Lohnabrechnung obliegt im Benehmen mit dem Firmenwageninhaber dem Arbeitgeber.

 
Achtung

Im Zweifel durch Anrufungsauskunft absichern

Teilweise vertreten die Finanzämter in den genannten Sachverhalten eine strenge Auffassung und verlangen den Ansatz des 0,03-%-Zuschlags auch für solche Monate, in denen der Arbeitnehmer nachweislich keine Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durchgeführt haben. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, dem bleibt im Einzelfall nur die Möglichkeit, eine Entscheidung im Wege einer Anrufungsauskunft bei seinem Betriebsstättenfinanzamt einzuholen.

Wechsel zur Tagespauschale nur einheitlich für gesamtes Kalenderjahr

Nutzt der Arbeitnehmer das Fahrzeug an weniger als 180 Arbeitstagen im Kalenderjahr für Arbeitgeberfahrten, etwa weil aufgrund der geänderten Arbeitswelt in Corona-Zeiten die erste Tätigkeitsstätte nur noch an wenigen Arbeitstagen im Kalendermonat aufsucht wird, darf der geldwerte Vorteil von 0,03 % nicht entfallen. Der Arbeitnehmer hat in diesem Fall die Möglichkeit, zur 0,002-%-Tagespauschale zu wechseln.[1] Die tageweise Berechnung des Zuschlag für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte ist allerdings an die Voraussetzung geknüpft, dass der Wechsel von der einen zur anderen Berechnungsmethode für alle Fahrzeuge einheitlich für das gesamte Kalenderjahr ausgeübt wird. Der Übergang zur 0,002-%-Tagespauschale ist in diesem Fall nur zulässig, wenn der Arbeitnehmer rückwirkend für das gesamte Kalenderjahr zur tageweisen Berechnung übergeht und dem Arbeitgeber auch für die Vormonate die hierfür erforderlichen Aufzeichnungen vorlegen kann.

Im Übrigen ist der Arbeitnehmer in seiner Einkommensteuererklärung nicht an die im Lohnsteuerabzugsverfahren gewählte Methode gebunden. Es steht ihm also frei, auch noch nach Ablauf des Kalenderjahres von der 0,03-%-Monatspauschale zur Einzelberechnung mit 0,002 % pro Arbeitgeberfahrt für seine Steuererklärung überzugehen.[2]

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