Im Blickpunkt

 
"Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen" (Hermann Hesse, Stufen) diese Zeilen aus der Feder eines der bekanntesten Autoren der Deutschen Geschichte aus dem Jahr 1941 besitzen auch heute noch Allgemeingültigkeit. Um mit dem internationalen Markt Schritt zu halten, wandelt sich auch hierzulande unaufhaltsam die Arbeitswelt auch wenn Hesse wohl einen anderen Wandel im Sinn hatte, als er diese Zeilen schrieb. Zwar befinden wir uns momentan inmitten dieses Wandlungsprozesses, einige Auswirkungen sind jedoch bereits spürbar. So hat sich die Arbeitslast auf die Arbeitnehmer deutlich erhöht zumindest gefühlt sollte man sagen. Dies ergibt sich aus einer Studie der Marktforschungsagentur Opinion Matters im Auftrag des Personalunternehmens ADP (FAZ online vom 10.4.2019). Dort wurden 10 500 Arbeitnehmer aus insgesamt acht europäischen Staaten über die Häufigkeit und Länge ihrer wöchentlichen Überstunden befragt darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Schweiz. Spitzenreiter sind nach eigenen Angaben die Deutschen, die im Schnitt vier Stunden und 47 Minuten in der Woche länger bei der Arbeit bleiben. Insgesamt 71 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, regelmäßig Überstunden zu machen. Damit aber nicht genug. Erfragt wurde nämlich nicht der übliche, bezahlte Mehraufwand, sondern die unbezahlte Mehrarbeit. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt, der bei etwa 60 Prozent ermittelt wurde. Um am Ende bei Hesse zu bleiben: Man kann sich nichts Anderes für die Zukunft wünschen als die folgenden Zeilen: "Wohlan denn, Herz, Nimm Abschied und gesunde!".

Rebecca Marlow, Redakteurin Arbeitsrecht

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