Im Blickpunkt

 
Die seit 2016 in Deutschland geltende Geschlechterquote für Aufsichtsräte zeigt weiter ihre Wirkung, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in einer PM vom 16.1.2019: In den 200 umsatzstärksten Unternehmen sei der Frauenanteil in den Kontrollgremien im vergangenen Jahr um mehr als zwei Prozentpunkte auf knapp 27 % gestiegen. In den 100 größten Unternehmen sei es sogar um über drei Prozentpunkte auf gut 28 % nach oben gegangen. Allerdings gebe es auch erste Hinweise darauf, dass die Unternehmen mit Quotenbindung ihre Anstrengungen deutlich zurückfahren, sobald sie die 30-%-Marke erreicht haben. So stagnierte der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen, von denen die meisten an die Geschlechterquote gebunden sind und viele diese Quote bereits erfüllen, bei einem Drittel. Das sind zentrale Ergebnisse des unter www.diw.de abrufbaren aktuellen Managerinnen-Barometers des DIW Berlin. Auch nach dem Mixed Leadership Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (PM EY vom 8.1.2019) berufen Deutschlands börsennotierte Unternehmen immer mehr Frauen ins Top-Management: Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen sei im vergangenen Jahr erneut gestiegen und liege jetzt bei 8, 6 %. In den 160 Konzernen hätten zum Stichtag 1.1.2019 insgesamt 61 Frauen in den Vorstandsgremien gearbeitet – das seien 11 Frauen mehr als noch vor einem Jahr und sechs mehr als zur Jahresmitte 2018. Im vergangenen Jahr sei allerdings auch die Zahl der männlichen Vorstände gestiegen: um 12 auf 650. In absoluten Zahlen sei die Zahl der männlichen also stärker als die Zahl der weiblichen Vorstände. Trotz der steigenden Zahl von Frauen in den Top-Etagen deutscher Konzerne seien die Vorstände der meisten Unternehmen nach wie vor eine reine Männerdomäne: 67 % der Vorstandsgremien seien ausschließlich mit Männern besetzt. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil der Unternehmen, die wenigstens ein weibliches Vorstandsmitglied beschäftigen, von 27 auf 33 % gestiegen. Weiterhin eine absolute Ausnahme seien allerdings Unternehmen mit mehr als einem weiblichen Vorstandsmitglied: Ihre Zahl stieg von 7 auf 8.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

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