EY: Unternehmen in Deutschland wollen mehr Europa

Die Unternehmen in Deutschland bekennen sich zu Beginn des wichtigen Europajahres 2019 eindeutig zur Europäischen Union (EU). Eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland ist dafür, mehr wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenzen auf die europäische Ebene zu übertragen. Neben dem Brexit betrachten die Unternehmen den fehlenden Zusammenhalt in der EU und den wachsenden Nationalismus als die größten Herausforderungen für Europa. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Unternehmen, die forsa im Auftrag der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt hat. Mit Blick auf den Brexit erwarten nur 30 % der Unternehmen Nachteile für ihr eigenes Geschäft. Insgesamt haben nur 13 % eine intensive Geschäftsbeziehung mit Großbritannien, mehr als die Hälfte aller Unternehmen (57 %) unterhält gar keine eigene Geschäftsbeziehung mit der Insel. Gleichwohl sieht eine deutliche Mehrheit der Unternehmen (65 %) im Brexit einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland. V. a. Unternehmen im Bereich der Dienstleistungsbranche betrachten den Brexit mit Sorge. Nahezu alle deutschen Unternehmen (92 %) unterstützen die konsequente Linie der EU in den Brexit-Verhandlungen. Für 15 % der Unternehmen hätte die Verhandlungslinie sogar noch härter sein können. Nur wenige Unternehmen (4 %) sprechen sich im Rückblick für mehr Zugeständnisse an die Briten aus.

Neben dem Brexit betrachten die Unternehmen den fehlenden Zusammenhalt in der EU und den wachsenden Nationalismus als die größten Herausforderungen für Europa. Die deutschen Unternehmen gehen für das Jahr 2019 nicht von besseren Wachstumschancen in der EU aus, zwei von drei Unternehmen (68 %) erwarten hier keine Veränderung im Vergleich zum vergangenen Jahr. Eine knappe Mehrheit der Unternehmen (51 %) spricht sich dafür aus, in Finanz- und Haushaltsfragen künftig mehr Kompetenzen an die EU zu übertragen. Mehr politische Aktivität der EU erwarten die Unternehmen auch in den Feldern Arbeitsmarktpolitik und Fachkräftemangel, Bürokratieabbau sowie Umwelt- und Klimaschutz. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen (68 %) befürchten eine neue Finanzkrise in Europa durch die hohe Neuverschuldung Italiens.

Die Euro-Rettungspolitik der vergangenen Jahre und die von Deutschland übernommenen Haftungsrisiken werden von einer großen Mehrheit der Unternehmen (83 %) befürwortet. Zugleich lehnt eine Mehrheit (56 %) der Unternehmen es ab, dass die Bundesregierung innerhalb der EU die wirtschaftspolitischen Interessen Deutschlands zukünftig stärker in den Mittelpunkt rückt und notfalls auch gegen EU-Partner durchsetzt.

Im Hinblick auf die Niedrigzinspolitik der EZB spricht sich die Mehrheit der deutschen Unternehmen (62 %) allerdings für eine baldige Zinswende und eine Erhöhung der Leitzinsen aus.

Die wachsende Präsenz Chinas werten die deutschen Unternehmen mehrheitlich (57 %) als eine Bedrohung für den europäischen Wirtschaftsraum. Dennoch sehen die Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft im Vergleich mit China und den USA verhalten positiv. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen (60 %) geht davon aus, dass Europa auch künftig mit anderen Wirtschaftsmächten wird mithalten können.

Und trotz aller Sorgen mit Blick auf die Zukunft Europas sieht eine Mehrheit (56 %) der Unternehmen die EU immer noch als Wertegemeinschaft.

Die gesamte Studie ist unter www.ey.com abrufbar.

(PM EY vom 14.1.2019)

Deloitte: Nachlassendes Risikobewusstsein in den Führungsetagen bei Schutz vor Cyber-Angriffen

Wie der aktuelle Deloitte Cyber Security Report (Teil 2) zeigt, ist das Risikobewusstsein in den Führungsetagen von Unternehmen gegenüber 2017 gesunken. 60 % der Befragten gaben in der aktuellen Untersuchung an, dass Hackerangriffe bei ihnen keine besonders großen Schäden anrichten würden. 2017 waren es noch 54 %, 2016 46 %. Aufgrund des geringen Risikobewusstseins von Geschäftsleitungen werden auch nicht alle Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr ausgeschöpft. Der Cyber Security Report von Deloitte und IfD Allensbach hat Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft zum Thema Digitalisierung und Cyber-Risiken befragt. Während sich der erste Teil der Studie auf die politische und gesamtgesellschaftliche Ebene bezieht, beleuchtet der zweite Teil die Situation in Unternehmen. Die Ergebnisse des zweiten Teils zeigen, dass 93 % der Befragten bereits einmal Opfer von Cyberattacken geworden sind. 21 % gaben wöchentliche, 25 % sogar tägliche Angriffe an. Die Hälfte der Führungskräfte erklärte zwar, dass ihr Unternehmen nur selten oder nie angegriffen wird, allerdings geht ein Drittel davon aus, dass Angriffe auf ihr Unternehmen unbemerkt bleiben. Geht es um eine allgemeine Einschätzung der Gefahren, ist der Know-how-Diebstahl für viele Führungskräfte aus der Wirtschaft (67 %) die größte Bedrohung. Steht jedoch das eigene U...

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