Die Verordnung zum Schutz d... / 2.4 Begriffsbestimmungen und Legaldefinitionen

§ 2 OStrV enthält unter der Überschrift "Begriffsbestimmungen" in insgesamt 12 Absätzen genau genommen 11 Begriffsbestimmungen. Der zwölfte und letzte Absatz enthält keine echte Begriffsbestimmung, sondern lediglich die personelle Erweiterung des zu schützenden Beschäftigtenkreises (vgl. dazu Abschn. 2.2.2).

  • Optische Strahlung, § 2 Abs. 1 OStrV: Jede elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich von 100 Nanometer bis 1 Millimeter. Das Spektrum der optischen Strahlung wird dabei unterteilt in ultraviolette Strahlung, sichtbare Strahlung und Infrarotstrahlung.
  • Künstliche optische Strahlung, 2 Abs. 2 OStrV: Jede optische Strahlung, die von künstlichen Strahlungsquellen ausgeht.
  • Laserstrahlung, § 2 Abs. 3 OStrV: Durch einen Laser erzeugte kohärente optische Strahlung. Laser sind dabei Geräte oder Einrichtungen zur Erzeugung und Verstärkung von kohärenter optischer Strahlung.
  • Inkohärente optische Strahlung, § 2 Abs. 4 OStrV: Jede künstliche optische Strahlung mit Ausnahme der Laserstrahlung. Ergänzend hierzu enthält § 6 OStrV Expositionsgrenzwerte für Laserstrahlung[1] und inkohärente künstliche optische Strahlung.[2]
  • Expositionsgrenzwerte, § 2 Abs. 5 OStrV: Maximal zulässige Werte bei Exposition der Augen oder der Haut durch künstliche optische Strahlung. Durch die Einhaltung der Expositionsgrenzwerte wird sichergestellt, dass Beschäftigte, die künstlicher optischer Strahlung ausgesetzt sind, vor allen bekannten gesundheitsschädlichen Auswirkungen für Augen und Haut geschützt werden.
  • Bestrahlungsstärke, § 2 Abs. 6 OstrV: Die auf eine Fläche fallende Strahlungsleistung je Flächeneinheit, ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter.
  • Bestrahlung, § 2 Abs. 7 OStrV: Das Integral der Bestrahlungsstärke über die Zeit, ausgedrückt in Joule pro Quadratmeter.
  • Strahldichte, § 2 Abs. 8 OStrV: Der Strahlungsfluss oder die Strahlungsleistung je Einheitsraumwinkel je Flächeneinheit, ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter pro Steradiant.
  • Ausmaß, § 2 Abs. 9 OStrV: Die kombinierte Wirkung von Bestrahlungsstärke (Abs. 6), Bestrahlung (Abs. 7) und Strahldichte (Abs. 8) von künstlicher optischer Strahlung (Abs. 2), der Beschäftigte[3] ausgesetzt sind.
  • Fachkundig, § 2 Abs. 10 OStrV: Wer über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Ausübung einer in dieser Verordnung bestimmten Aufgabe verfügt. Die Anforderungen an die Fachkunde sind abhängig von der jeweiligen Art der Aufgabe. Zu den Anforderungen zählen eine entsprechende Berufsausbildung oder Berufserfahrung jeweils in Verbindung mit einer zeitnah ausgeübten einschlägigen beruflichen Tätigkeit sowie die Teilnahme an spezifischen Fortbildungsmaßnahmen.
  • Stand der Technik, § 2 Abs. 11 OStrV: Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zum Schutz der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Stands der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen heranzuziehen, die mit Erfolg in der Praxis erprobt worden sind. Gleiches gilt für die Anforderungen an die Arbeitsmedizin und die Arbeitshygiene.
    Es besteht eine Analogie zu § 2 Abs. 7 Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung[4] sowie zur Gefahrstoffverordnung[5] und zum Bundesimmissionsschutzgesetz. Hierdurch wird gewährleistet, dass ein einheitlicher Maßstab auch bei der Anwendung der Vorschriften der OStrV angesetzt wird.

    Auch in den inzwischen auf die Zahl "21" angewachsenen "Technischen Regeln für Arbeitsstätten" (ASR "A") wird in den Einleitungspassagen der "Stand der Technik" maßgeblich herangezogen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge