Die Arbeitsschutz-Verordnungen / 4.8.4 Übertragung von Aufgaben

Während bei der Beurteilung nach §§ 13 und 7 ArbSchG mehr die geistige Leistungsfähigkeit des Vertreters im Vordergrund steht, ist es bei der Aufgabenübertragung nach § 3 LasthandhabV eindeutig die körperliche Belastbarkeit. So hat der Arbeitgeber bei der Übertragung von Aufgaben der manuellen Handhabung von Lasten, die für die Beschäftigten zu einer Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit führen, die körperliche Eignung der Beschäftigten zur Ausführung der Aufgaben zu berücksichtigen.

§ 3 LasthandhabV soll ein Restrisiko für Sicherheit und Gesundheit abdecken. Manche Lasten müssen doch manuell gehandhabt werden, da trotz Gefährdungsbeurteilung keine technischen Hilfsmittel Verwendung finden können. Als Beispiel sei das Ein- und Ausladen von Gepäckstücken in engen Flugzeugrümpfen genannt. Beauftragt nun ein Arbeitgeber Beschäftigte mit einer solchen Tätigkeit, so hat er Rücksicht auf ihre körperliche Eignung zu nehmen. Dabei sind nicht nur Alter und Geschlecht, sondern auch Geübtheit, körperliche Konstitution und aktueller Gesundheitszustand von Bedeutung. Zu einer individuellen Bewertung sollte der Betriebsarzt zugezogen werden.[1]

Besondere Anforderungen gelten für Jugendliche wegen der noch reduzierten Belastbarkeit der Wirbelsäule (§ 22 JArbSchG) und für Frauen. Für werdende Mütter ist das regelmäßige bzw. gelegentliche Heben, Bewegen oder Befördern von Lasten untersagt, wenn deren Gewicht mehr als 5 kg bzw. 10 kg beträgt (§ 11 Abs. 5 MuSchG).

[1] Kollmer/Klindt/Schucht, Arbeitsschutzgesetz, 3. Aufl. 2016, Erläuterungen zur LasthandhabV, § 3 Rdnr. 1.

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