Design Thinking: Komplexitä... / 5 Erweiterte Anwendungen von Design Thinking in der Strategieentwicklung

Methode für Veränderungsprozesse

Die Prinzipien des Design Thinking lassen sich grundsätzlich auch auf andere Formen jenseits der Entwicklung von Produkten und Services anwenden, etwa zur Entwicklung von Ideen in Veränderungsprozessen oder zur Entwicklung von Strategien auf den verschiedensten Ebenen des Unternehmens.

So könnte eine Personalabteilung ihre Prozesse in einem Design-Thinking-Prozess mit den Mitarbeitern und Kunden des Unternehmens entwickeln.

Interessant sind künftige Anwendungen des Ansatzes für alle komplexen Veränderungssituationen, in denen eine nichtlineare Systemlogik und hohe Komplexität ein tieferes Problemverständnis erschweren.

Ansatz der Strategieentwicklung

Gerade bei der Entwicklung von Unternehmensstrategien werden alternative Ansätze zur linearen Entwicklung benötigt. Brodnick empfiehlt für die Anwendung von Design Thinking auf die Strategieentwicklung einen 4-stufigen Design-Prozess. Innerhalb dieser Phasen können auch bekannte Planungswerkzeuge, allerdings auch viele visuelle Werkzeuge angewendet werden, sofern sie zu frühen Erkenntnissen und Richtungsentscheidungen beitragen. Jede Phase hat eine Reihe von Ergebnissen, die als Inputs für die nächste Phase des Prozesses dienen.

Tieferes Verständnis erarbeiten

In der ersten Phase wird zunächst erforscht, was die Erwartungen und Notwendigkeiten an den Strategieentwicklungsprozess sind. Es wird also versucht ein tieferes Verständnis für die strategischen Herausforderungen zu entwickeln. Danach bemisst sich die Planung von Zeit, Ressourcen und Werkzeugen.

Vielfalt strategischer Möglichkeiten erarbeiten

Die sich beim Design Thinking abwechselnden Phasen der Divergenz und Konvergenz sollen strategische Handlungsspielräume erforschen und frühe Richtungsentscheidungen und das Herausfiltern sinnvoller strategischer Entwicklungspfade ermöglichen. Daher liegt der Fokus in der 2. Phase der Divergenz darin, eine möglichst große Vielfalt an Möglichkeiten für die Entwicklung des Unternehmens zu entwickeln. Es werden Antworten auf zentrale Fragen gesucht: Was passiert jetzt (Research)? Was passiert in 10 Jahren (Zukunftsforschung und Forecast)? Welche Möglichkeiten und Wege eröffnen sich uns daraus (Ideenfindung, Geschäftsfeldmodellierung)?

Möglichkeiten erforschen, austesten und auswählen

Ziel der 3. Phase, der Phase der Konvergenz, ist es, die Vielzahl bereits erarbeiteter strategischer Handlungsmöglichkeiten durch das Filtern, Auswählen und Testen zu verdichten. Frühe Konzepte konkreter Strategien beginnen sich zu bilden. Es geht darum, einige "Big Ideas" zu identifizieren, die für das Unternehmen Sinn ergeben, und die Machbarkeit zu überprüfen, indem die Ideen mit den Unternehmensressourcen und -kapazitäten abgeglichen werden. Ziel ist es, geeignete Strategiepfade und strategische Maßnahmen auszuwählen und weiter zu erforschen.

Weitere Anwendungen zukünftiger Forschung und Praxis

In der finalen Phase werden die Strategien operativ in die Organisation getragen. Auch hierbei sind Bewegungen von innen nach außen, vom Strategieteam über die Mitarbeiter hin zu den Kunden entscheidend.

Der Methode des Design Thinking, aber auch anderen agilen Werkzeugen wird in Zeiten zunehmender Komplexität und daher erschwerter Planbarkeit mit klassischen linearen Werkzeugen eine steigende Bedeutung zukommen. Die Erschließung weiterer Anwendungsfelder dieser Referenzmethoden für die betriebswirtschaftliche Planung ist ein interessantes Feld zukünftiger Forschung und Praxis.

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