Datenschutz im Personalwesen / 4.2.3 Bewerbung mittels Social Media Profilen

Zeitweilig schien die Bewerbung mittels Social Media Profilen (z. B. Google+, Facebook, XING, LinkedIn) eine Möglichkeit zu werden, die immer mehr Unternehmen für ihre Bewerber anbieten. Aktuell kann man aber sagen, dass diese Methode bereits wieder auf dem Rückzug ist. Wollen Unternehmen jedoch auf solche Angebote zurückgreifen, ist Folgendes zu beachten:

  1. Die Bewerbung ist gedanklich vom Recruiting zu trennen. Während beim Recruiting potenzielle Bewerber auf Social Media-Kanälen umworben werden und Social Media als Kommunikationsmittel dient, meint eine Bewerbung mittels Social Media das Ersetzen schriftlicher Bewerbungsunterlagen durch das "Einreichen" entsprechender Profile des Bewerbers.
  2. Die sozialen Netzwerke sollten hinsichtlich ihres Zwecks unterschieden werden. Während Netzwerke wie Google+ und Facebook hauptsächlich für private Zwecke – und dementsprechend auf eine gewisse Privatsphäre des Betroffenen – ausgelegt sind, dienen Business-Netzwerke wie XING und LinkedIn explizit der beruflichen Präsentation und Kontaktaufnahme. Sollen Profile als Bewerbungsunterlage eingereicht werden, empfiehlt es sich, nur solche zuzulassen, die aus Business-Netzwerken stammen. Speziell bei "privaten" Netzwerken wird es für die Personalabteilung de facto unmöglich, private Inhalte von für die Bewerbung vorgesehenen zu unterscheiden, außer der Bewerber hat ein Profil nur zu diesem Zweck erstellt. Ob bei der Einreichung des Profils von einer vollumfänglichen "General-Einwilligung" ausgegangen werden kann, erscheint mehr als fraglich, da von einem Bewerber kaum erwartet werden kann, dass er alle Inhalte seines Profils zu jedem Zeitpunkt kennt und sich seine Einwilligung dementsprechend auch auf diese erstreckt.
  3. Die Bewerbungen sollten nicht im Rahmen des Netzwerkes bearbeitet oder "besprochen" werden, da sich hierbei nur schwer die datenschutzrechtlichen Anforderungen für das Unternehmen einhalten lassen. Unternehmen sind für den Schutz der Daten ihrer Bewerber verantwortlich. Allerdings dürften sie regelmäßig nicht in der Lage sein, Unternehmen wie Google und Facebook ihre Datenschutzrichtlinien für ein entsprechendes Angebot aufzuerlegen. Gerade diese Unternehmen stehen aber immer wieder in der Kritik, gegen geltendes Datenschutzrecht zu verstoßen.

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