Das Vorgehen – den Weg der agilen Transformation gestalten

Zusammenfassung

 
Überblick

Es ist das eine, theoretisch zu verstehen, welche Faktoren auf die agile Transformation einer Organisation Einfluss haben und worauf bei der Umsetzung zu achten ist. Es ist aber noch einmal eine ganz andere Herausforderung, diese Transformation in der Praxis tatsächlich erfolgreich anzugehen und umzusetzen.

Unternehmen stellen sich dabei häufig 2 Fragen, wenn sie den agilen Reifegrad steigern wollen:

  1. Wo fangen wir an?
  2. Wie gehen wir vor?

Das Vorgehen, das im Folgenden beschrieben wird, lässt sich auf einzelne Unternehmensbereiche anwenden oder auch auf das gesamte Unternehmen. Je nach Unternehmensgröße kann das Verfahren entsprechend skaliert werden.

1 Den Startpunkt finden

Die meisten Unternehmen beschäftigen sich sehr lange mit der Frage, wo sie am besten anfangen sollen. Sie wollen alles richtig machen und suchen nach Sicherheit. Dies führt dazu, dass viele Unternehmen lange zögern, in die Transformation einzusteigen. Wenn wir einen Transformationsprozess perfekt gehen wollen, werden wir jedoch nie anfangen.

Folgende Empfehlungen aus der Praxis können wir geben, um einen Startpunkt zu finden. Das gilt unabhängig davon, ob es die ersten Berührungspunkte mit Agilität sind oder ob es darum geht, auf das nächste Level zu kommen.

1.1 Prototypen entwickeln

Probieren geht über Studieren. Deswegen hat es sich als eine erfolgreiche Strategie erwiesen, Prototypen zu entwickeln und mit diesen "Testballons" erste Erfahrungen zu sammeln. Hierbei kann es sich um ein erstes Projekt oder Produkt handeln, ein erstes Team, das anders arbeitet und mit agilen Ansätzen experimentiert. Mit ihnen kann man relativ risikolos in einem kleinen Rahmen den Einsatz im Alltag erproben, mögliche Schwierigkeiten identifizieren und iterativ an der Weiterentwicklung arbeiten.

1.2 Qualifizieren

Die Mitarbeiter und Führungskräfte fit zu machen, um für die Herausforderungen der Transformation gewappnet zu sein, sollte ebenso auf dem Vorbereitungsplan stehen. Auf diese Weise sensibilisiert man die Kollegen für die zukünftigen Aufgaben, lässt sie mögliche Fallstricke früher erkennen und wärmt das "kalte Wasser" der Transformation schon mal ein wenig vor.

1.3 Lernen

Und das Studieren gilt natürlich auch für sich selbst: Durch Lesen von relevanter Literatur, Besuch von speziellen Trainings und Austausch mit anderen Unternehmen lernt man dazu und macht sich bereit für das, was kommt. – Nicht nur zu Beginn: Ein kontinuierlicher Lernprozess ist wichtig, um immer mit einem frischen Blick auf die Transformation zu schauen und gute Ideen entwickeln zu können.

1.4 Externe Perspektiven

Wenn man sich sehr intensiv mit der eigenen Organisation befasst, neigt man mitunter zu einer gewissen Betriebsblindheit. Darum ist es hilfreich, jemanden von außerhalb zu Rate zu ziehen, der einen unverstellten Blick auf die Organisation hat. Dies können Beratungsunternehmen, aber auch "Friendly User" wie etwa Kunden oder andere Unternehmen aus dem Netzwerk sein, die sich bereit erklären, ihre Einschätzungen zum Stand der Organisation zu teilen.

1.5 Management-Team mitnehmen

Eine Transformation ausschließlich Bottom-Up zu betreiben, kann ohne die Rückendeckung des Management-Teams sehr mühsam werden. Deshalb ist es dringend notwendig, das Management-Team schon frühzeitig mit ins Boot zu holen und für das Transformationsvorhaben zu gewinnen. So wird es ihm leichter fallen, einen aktiven Part zu übernehmen und die Transformation selbst auch mit voranzutreiben. Der Austausch mit Management-Teams anderer Unternehmen führt zu neuen Perspektiven.

1.6 Eigenen Weg finden

Den einen richtigen Weg hinsichtlich der agilen Transformation gibt es nicht. Vielmehr muss jede Organisation für sich den Weg finden, der am besten auf die Gegebenheiten und Rahmenbedingungen der Organisation passt. Dies ist mit einer regelmäßigen Überprüfung der Richtigkeit des Weges und iterativer Anpassung und Nachjustierung verbunden. Eine "Schema F"-Lösung aus dem Lehrbuch existiert nicht und würde den Anforderungen auch nicht gerecht werden.

Zu Beginn wird es darum gehen, das Zutrauen in sich selbst zu entwickeln. Es werden Fehler passieren, aus denen gelernt werden kann, um den Prozess besser zu gestalten. Daher ist es wichtig, zügig loszulegen, um schon früh erste Erfahrungen sammeln zu können. Versuch und Irrtum gehören zur Vorgehensweise innerhalb der Transformation dazu. Frühe Fehler im kleinen Rahmen sind leichter zu korrigieren. Eine steile Lernkurve zu Beginn hilft später bei der Akzeptanz, wenn die Transformation größere Teile des Unternehmens betrifft.

2 Das 6-Erfolgsfaktoren-Modell

Der Grund für das Zögern, loszulegen, hängt auch stark damit zusammen, dass ein Transformationsprozess in Richtung Agilität eine komplexe Herausforderung ist. Nicht nur, dass die Transformation die unterschiedlichsten Dimensionen einer Organisation betrifft, auch ist schwer vorherzusehen, wie die Menschen in der Organisation auf einzelne Maßnahmen reagieren werden. Sich also abzumühen und im Voraus den perfekten Plan erstellen zu wollen und mit einem Big Bang einzuführen, ist insofern schlecht investierte Zeit. Was liegt also näher, als den Transformationsprozess selbst agil zu gestalten: in Iterationen...

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