Die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen sollte sich an den unternehmensspezifischen Merkmalen und deren Bedeutung für die Gesellschaft und Umwelt ausrichten. Die Wahrnehmung von CSR hat ihren eindeutigen Ausgangs- und Bezugspunkt demnach beim Kerngeschäft und ist als unternehmensweite Managementaufgabe zu verstehen, die einen integrierten Managementansatz benötigt.

Analyse der CSR-Chancen und -Risiken zur Bestimmung der CSR-Handlungsfelder

Zur Bestimmung der gesellschaftlichen Verantwortung des eigenen Unternehmens sollten entlang der oben genannten Kernthemen die CSR-Handlungsfelder identifiziert werden, welche Chancen oder Risiken für das Unternehmen darstellen. Die ISO 26000 schlägt vor, dies unter Einbindung jener Stakeholder vorzunehmen, die ein berechtigtes Interesse gegenüber dem Unternehmen geltend machen können.[1] Das Unternehmen entscheidet im Ergebnis, welches die relevanten Handlungsfelder für das künftige CSR-Engagement im Unternehmenskontext sind. Es legt dabei auch fest, wie weit seine Verantwortung reicht bzw. wo sie legitimerweise endet. Kriterium hierfür ist die Möglichkeit, durch formale Kontrolle bzw. auch de facto Kontrolle Einfluss auf das Verhalten innerhalb des eigenen Unternehmens, aber auch auf das in anderen Organisationen zu nehmen (z. B. die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben).[2]

Durch gemeinsame Orientierungen verantwortliches Verhalten im Unternehmen entfalten

Mit den verschiedenen Handlungsfeldern sind jeweils spezifische Verhaltens­anforderungen sowie zugrunde liegende Regelungen, Grundsätze und Werteorientierungen verbunden. Im Rahmen entsprechender Dokumente, wie etwa dem Unternehmensleitbild, Führungs- und Verhaltensgrundsätzen oder konkreten Verträgen oder Richtlinien, sollten diese Anforderungen explizit formal angesprochen und eingefordert werden. Auf der Seite der informellen Steuerungsinstrumente gilt es die Unternehmenskultur mit diesen Verhaltens­anforderungen abzugleichen und zu prüfen, ob die gelebte Praxis das erforderliche bzw. gewünschte Verhalten mit trägt.

CSR-Ziele für alle Unternehmensbereiche ableiten

Nachdem Unternehmen sich ihre Verantwortung bewusst gemacht haben und die entsprechenden Kernthemen sowie Verhaltensorientierungen festgelegt sind, sind diese für den gesamten Leistungsprozess und innerhalb der Wertschöpfungs- und Lieferketten bzw. im eigenen Kontroll- und Einflussbereich umzusetzen. Daran lässt sich erkennen, dass es bei CSR nach ISO 26000 zunächst nicht um einzelne Maßnahmen gehen kann. Die Umsetzung erfolgt über die Vorgabe von Regeln und Orientierungen, die im Einklang stehen mit der Unternehmensstrategie. CSR wird so Bestandteil des gesamtunternehmerischen lang-, mittel- und kurzfristigen Zielsystems.

CSR ganzheitlich umsetzen

Die CSR-Zielsetzungen des Unternehmens insgesamt bilden die übergeordneten Zielsetzungen für die verschiedenen Unternehmensbereiche. Sie werden dort im nächsten Schritt in bereichsspezifische strategische und operative CSR-Ziele heruntergebrochen und finden sich letztlich in konkreten Prozessen und Maßnahmen wieder. Dazu gehört auch die Bewertung oder Zertifizierung nach anerkannten bzw. erforderlichen Normen und Standards.

Erfüllung der CSR-Aufgabe sicherstellen

Die so verstandene Integration von CSR in die Unternehmenstätigkeit ist weder Selbstzweck noch bloßer Ausdruck unternehmerischer Philanthropie (Menschenliebe), sondern dient der Prävention von materiellen und Imageschäden. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass Unternehmen die Umsetzung ihres CSR-Engagements auch als Compliance-Aufgabe verstehen. Künftig wird Compliance nicht nur der Prävention von wirtschaftskriminellen Handlungen dienen, sondern auch dem Schutz vor Fehlverhalten gegenüber der Gesellschaft und Umwelt. Es ist dann sinnvoll, ein übergeordnetes Compliance-System zu etablieren, mit dessen Hilfe die Einhaltung von verpflichtenden, gebotenen, aber auch freiwillig übernommenen Verantwortlichkeiten sichergestellt wird.

Kommunikation und Dialog als Voraussetzungen guter CSR-Praxis

Letztlich gilt es Transparenz zu schaffen bezüglich des glaubwürdigen und ernst gemeinten gesellschaftlichen Engagements gegenüber den jeweiligen Stakeholdern. Dazu zählen sowohl der Dialog und die Kommunikation mit den Unternehmenszugehörigen als auch die mit Kunden, Shareholdern, Kommunen, Bewerbern und anderen externen Stakeholdern. Indem eine aktive Einbindung dieser Stakeholder und eine direkte oder indirekte Kommunikation mit ihnen stattfindet, werden gegenseitige Erwartungshaltungen im wechselseitigen Austausch in Erfahrung gebracht und es kann darauf rechtzeitig eingegangen werden.

Das integrierte CSR-Management

[1] Vgl. DIN ISO 26000:2011-01, Abschn. 5.3., S. 33 ff.
[2] Vgl. DIN ISO 26000:2010-01, Abschn. 5.2.3, S. 32 f./Abschn. 7.3.3. S. 102 ff.

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