Coronavirus: So können Unte... / 2 Wie können Unternehmen negative wirtschaftliche Folgen begrenzen?

Zunächst muss gesagt werden, dass es unmöglich ist, sich zu 100 % abzusichern. Und es kann kurzfristig dazu kommen, dass sich die Situation unvorhersehbar weiter verschlechtert. Aber jeder Betrieb kann vorbeugen und die Folgen, die durch das Coronavirus entstehen können, abmildern.

 
Wichtig

Betriebliche Pandemieplanung

Die betriebliche Pandemieplanung stellt verschiedene Maßnahmen vor, während und nach einer Pandemie auf. Je nach Unternehmensart und -größe ist zu entscheiden, welche Maßnahmen im Vorfeld bzw. in Ernstfall notwendig sind. Sie sollen dazu beitragen, den Betrieb aufrechtzuerhalten und negative wirtschaftliche Auswirkungen zu vermindern.

Vor allem die Führungskräfte sollten über die betriebliche Pandemieplanung informiert sein.

Sollte im Unternehmen ein Mitarbeiter erkranken, so gilt es – je nach Verbreitung der Pandemie – sofort diese Handlungsanweisungen im Pandemiefall zu beachten.

Bestandsaufnahme: Welche Risiken drohen?

Der erste Schritt sollte darin bestehen, sich zu fragen, wodurch der eigene Betrieb besonders gefährdet werden kann – oder bereits ist – und welche finanziellen Konsequenzen drohen. Die Beantwortung z. B. folgender Fragen hilft dabei:

  • Gibt es bereits Auftragsstornos oder -verschiebungen?
  • Welche Umsätze sind schon verloren / können in den nächsten 1–2 Monaten verloren gehen?
  • Gibt es bereits Lieferengpässe bei Materialien, Waren o. Ä.?
  • Was lässt sich dagegen tun, z. B. Ausweichen auf andere Stoffe oder Lagerware?
  • Können so Engpässe vermieden werden bzw. wie weit verschieben sie sich in die Zukunft?
  • Kann es zu Produktions- oder anderen Engpässen kommen, wenn einzelne Mitarbeiter ausfallen? Bestehen Vertreterregelungen?

Welche Möglichkeiten haben Betriebe, selbst vorzubeugen und sich abzusichern?

Hat man sich einen Überblick über mögliche Risiken gemacht, sollte geprüft werden, was man tun kann um die Gefährdungen, soweit es geht, zu reduzieren. Hier einige Vorschläge für konkrete Maßnahmen:

Mitarbeitersensibilisierung und Hinweise auf Risiken mit geänderten Verhaltensregeln aussprechen:

  • Regelmäßig Hände waschen.
  • Geschäftspartner nicht mehr mit Handschlag begrüßen (Verhalten erklären, damit es nicht als Unhöflichkeit ausgelegt wird).
  • Husten und Niesen nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge.
  • Hände aus dem Gesicht, nicht die Schleimhäute berühren.
  • Abstand zu anderen Personen von 1–2 Metern halten.
  • Wo möglich: Andere Kommunikationsformen als persönlichen Kontakt nutzen: z. B. Telefon, Mail, WhatsApp.
  • Ggf. (wenn verfügbar) Reinigungs-/Desinfektionsmittel bereitstellen.

Übersicht über Aufträge verschaffen:

  • Welche Aufträge laufen aktuell, wie hoch sind die Erträge?
  • Welche Aufträge könnten bedroht sein? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Welche Aufträge wurden bereits storniert? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Können Aufträge nachgeholt werden? Wann? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?
  • Können durch diese Ausfälle evtl. an anderer Stelle Aufträge erledigt werden, die man ggf. zuvor wegen hoher Auslastung ablehnen musste?
  • Lassen sich mit Nachverhandlungen bei Kunden Aufträge noch retten (evtl. trotz Nachteilen mit Rabatten)? In einer Krise sind geringere Erträge, die man kurzfristig erhält, oft günstiger als mögliche mittelfristige Nachteile, etwa wenn sich herumspricht, dass man Rabatte gewährt.
  • Können Vorbereitungen für Aufträge, bei denen ein Ausfallrisiko besteht, gestoppt bzw. später erledigt und dafür andere Aufträge vorgezogen werden?

Kostensenkungen prüfen:

  • Auf welche Anschaffungen/Käufe kann verzichtet werden?
  • Was lässt sich verschieben, z. B. Ersatzinvestitionen?
  • Wodurch entstehen unnötige Kosten, z. B. Aufbau von Lagerbeständen bei Verbrauchsmaterial?
  • Welche Kosten lassen sich reduzieren, z. B. Kündigung von Wartungsverträgen oder Umstellungen bei Versicherungen?
  • Kann Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragt werden?

Liquidität sichern:

  • Welche Auszahlungen fallen in den nächsten 2–3 Monaten an?
  • Welches Bankguthaben ist vorhanden? Wie lange reicht es?
  • Welche Forderungen stehen aus? Wann sind sie fällig?
  • Drohen Verzögerungen oder Ausfälle?
  • Werden Kunden konsequent, aber mit Fingerspitzengefühl gemahnt, um weitere Engpässen zu vermeiden?
  • Werden alle Rechnungen immer sofort nach Leistungserbringung erstellt?
  • Lassen sich bei neuen Aufträgen die Zahlungsmodalitäten ändern – etwa mehr Bar- oder höhere Anzahlungen, mehr (Firmen-)Lastschriften?
  • Lassen sich mit Lieferanten längere Zahlungsziele/Skonto vereinbaren?
  • Besteht die Möglichkeit, Dienstleister zur Vorfinanzierung zu nutzen: Factoring bei Forderungen oder im Einkauf: Finetrading, Vorfinanzierung von Wareneinkäufen mit Zahlungszielen bis 180 Tage? Mehr Informationen, Anbieterauswahl etc. unter https://finetrading-anbieter.de/
  • Kann man ggf. beim Finanzamt eine Herabsetzung der Steuervorauszahlungen oder Stundungen beantragen (Vorgehen mit Steuerberater absprechen)?
  • Unternehmer können vorübergehend auf Teile des Gehalts verzichten.
  • Auch Einlagen durch Inhaber entlasten finanziell angespannte Situationen.

Betriebe, die noch keine Probleme h...

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