Corona-Sonderzahlung / 7 Sonderzahlung und Gehaltsumwandlung/Gehaltsverzicht

Für die Steuerfreiheit von Corona-Sonderzahlungen kommen nur zusätzliche Zahlungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise in Betracht. Daher ist es erforderlich, dass die Beihilfen und Unterstützungen

  1. zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise und
  2. zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

Die Steuerbefreiung ist damit insbesondere im Rahmen eines Gehaltsverzichts oder von Gehaltsumwandlungen ausgeschlossen.

Allgemeines zur Gehaltsumwandlung

Bei der Gehaltsumwandlung wird Barlohn in einen Sachbezug umgewandelt; dies gilt auch später für die zufließenden Versorgungsbezüge. So können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern in der Zeit vom 1.3.2020 bis zum 31.12.2020 aufgrund der Corona-Krise Beihilfen oder Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 EUR steuerfrei und auch sozialversicherungsfrei in Form von besonderen Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Voraussetzung ist, dass diese "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" geleistet werden.

 
Praxis-Beispiel

Verzicht auf Freizeitausgleich zugunsten einer Vergütung

Aufgrund der zusätzlichen Arbeitsbelastung in der Corona-Krise beschließt Arbeitgeber B, seinem Arbeitnehmer A in den Monaten März bis August 2020 eine freiwillige Sondergratifikation von insgesamt 1.200 EUR zu zahlen. In der Gratifikationsvereinbarung wird auf den Vorbehalt der Freiwilligkeit der Sondervergütung hingewiesen.

Ergebnis: Die freiwillige Sondergratifikation kann steuerfrei ausgezahlt werden, weil sie

  1. in der Zeit vom 1.3.2020 bis zum 31.12.2020
  2. zusätzlich aufgrund der zusätzlichen Belastung in der Corona-Krise ausgezahlt wird und
  3. eine vertragliche Vereinbarung vorliegt.

Allgemeines zum Gehaltsverzicht

Gehaltsverzicht liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer endgültig auf einen Teil seines Arbeitslohns verzichtet; dies gilt auch beim Verzicht von Stundenlohn. Für die Frage, ob ein Gehaltsverzicht zu einem Zufluss von Arbeitslohn führt, kommt es maßgeblich darauf an, wann der endgültige Verzicht auf den Lohn oder Teile davon erklärt worden ist. Jedoch sind die arbeitsrechtlichen Besonderheiten zu beachten.

So kann bei einer Kapitalgesellschaft eine zu einem Zufluss von Arbeitslohn führende verdeckte Einlage nur dann gegeben sein, soweit der Steuerpflichtige (Anteilseigner, Gesellschafter) nach Entstehung seines Gehaltsanspruchs aus gesellschaftsrechtlichen Gründen auf diesen verzichtet. Verzichtet der Steuerpflichtige dagegen bereits vor Entstehung seines Gehaltsanspruchs auf diesen, wird er unentgeltlich tätig und es kommt nicht zum fiktiven Zufluss von Arbeitslohn bei diesem.

Zeitpunkt der Vereinbarung ist entscheidend

Eine Vereinbarung über Sonderzahlungen, die vor dem 1.3.2020 ohne einen Bezug zur Corona-Krise getroffen wurde, kann nicht nachträglich in eine steuerfreie Beihilfe oder Unterstützung zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise umgewandelt werden (z. B. wenn für die Sonderzahlung in der Bilanz zum 31.12.2019 eine Rückstellung gebildet wurde oder die Arbeitnehmer bereits im Februar 2020 über die Gewährung einer Sonderzahlung im März 2020 informiert wurden). Maßgeblich ist dabei der Zeitpunkt 1.3.2020, da nur ab diesem Zeitpunkt die Veranlassung in der Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise liegen kann. Leistungen des Arbeitgebers, die auf einer vertraglichen Vereinbarung oder einer anderen rechtlichen Verpflichtung beruhen, die vor dem 1.3.2020 getroffen wurden, können nicht als steuerfreie Sonderzahlung gewährt werden. Nicht begünstigt sind somit alle Leistungen, die bereits vor dem 1.3.2020 vereinbart waren oder deren Zahlung vor dem 1.3.2020 beabsichtigt war.

Sofern vor dem 1.3.2020 keine vertraglichen Vereinbarungen oder andere rechtliche Verpflichtungen des Arbeitgebers zur Gewährung einer Sonderzahlung bestanden, kann unter Einhaltung der o. g. Voraussetzungen anstelle der Sonderzahlung auch eine steuerfreie Beihilfe oder Unterstützung zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise gewährt werden.

Corona-Sonderzahlung anstelle freiwilliger Leistungen

Für die Steuerfreiheit der Leistungen ist es erforderlich, dass aus den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennbar ist, dass es sich um steuerfreie Beihilfen oder Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt und die übrigen o. g. Voraussetzungen eingehalten werden. Ist dies der Fall, kann anstelle von freiwilligen Zahlungen oder z. B. einer freiwilligen Erholungsbeihilfe auch eine Corona-Sonderzahlung gewährt werden.

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