Corona-Prämie für Pflegeein... / 4 Höhe des Anspruchs

Die Prämienhöhe ist in Abhängigkeit des Tätigkeitsfelds und –umfangs gesetzlich festgelegt und beträgt zwischen 100 und 1.000 EUR.

Die Corona-Prämie ist für Vollzeitbeschäftigte[1] in folgender Höhe auszuzahlen:

  1. in Höhe von 1.000 EUR für Beschäftigte, die Leistungen nach SGB XI oder im ambulanten Bereich nach SGB V durch die direkte Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen erbringen.

    Dazu zählen insbesondere Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte, Assistenzkräfte und Präsenzkräfte, Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung, verantwortliche Pflegefachkräfte.[2]

  2. in Höhe von 667 EUR für andere Beschäftigte, die in einem Umfang von mindestens 25 % ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind.

    Dazu zählen Beschäftigte in der Verwaltung, der Haustechnik, der Küche, der Gebäudereinigung, des Empfangs und des Sicherheitsdienstes, der Garten- und Geländepflege, der Wäscherei oder der Logistik.[3]

  3. in Höhe von 334 EUR für alle übrigen Beschäftigten.

Für Teilzeitbeschäftigte[4] ist die Corona-Prämie anteilig im Verhältnis zu den soeben genannten Höhen zu zahlen.

 
Praxis-Beispiel

Corona-Prämie bei Teilzeitbeschäftigten

Für Vollzeitbeschäftigte gilt in der Pflegeeinrichtung eine Wochenarbeitszeit von 39 Stunden. Eine in Teilzeit beschäftigte Pflegefachkraft hat im Bemessungszeitraum im Durchschnitt 20 Stunden pro Woche gearbeitet. Die Corona-Prämie für Pflegefachkräfte in Vollzeit beträgt 1.000 EUR.

Berechnung der Prämie:

39 Stunden = 100 % (Vollzeitbeschäftigung)

20 Stunden = 100 : 39 x 20 = 51,28 % Teilzeit im Verhältnis zur betrieblichen Vollzeit

Der Teilzeitkraft stehen 51,28 % von 1.000 EUR zu. Sie erhält also 512,80 EUR als Corona-Prämie.

Die Corona-Prämie ist ungekürzt an Teilzeitbeschäftigte zu zahlen, wenn sie im Bemessungszeitraum mindestens 3 Monate in einer oder mehreren zugelassenen Pflegeeinrichtungen tätig waren und ihre wöchentliche tatsächliche oder vertragliche Arbeitszeit in diesem Zeitraum bei 35 Stunden oder mehr lag.[5]

Für Auszubildende i. S. d. § 150a Abs. 3 SGB XI beträgt die Corona-Prämie 600 EUR.

Die Freiwilligen im freiwilligen sozialen Jahr i. S. d. § 2 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes oder i. S. d. § 2 des Jugendfreiwilligendienstgesetzes erhalten eine Corona-Prämie in Höhe von 100 EUR.[6]

 
Hinweis

Prämienhöhe bei Kurzarbeit

Soweit Beschäftigte einer Pflegeeinrichtung im Bemessungszeitraum ganz oder teilweise in Kurzarbeit gearbeitet haben, sind für die Bemessung der Corona-Prämie die von ihnen wöchentlich durchschnittlich im Bemessungszeitraum tatsächlich geleisteten Stunden maßgeblich.[7]

[2] Vgl. Ziff. 3 Abs. 1 der Prämien-Festlegungen Teil 1 des GKV-Spitzenverbandes vom 29.5.2020.
[3] Vgl. Ziff. 3 Abs. 1 der Prämien-Festlegungen Teil 1 des GKV-Spitzenverbandes vom 29.5.2020.
[4] § 150a Abs. 4 SGB XI; Vgl. auch Ziff. 3 Abs. 2 und Abs. 3 der Prämien-Festlegungen Teil 1 des GKV-Spitzenverbandes vom 29.5.2020.
[7] § 150a Abs. 6 SGB XI; Vgl. auch Ziff. 3 Abs. 8 der Prämien-Festlegungen Teil 1 des GKV-Spitzenverbandes vom 29.5.2020.

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