Corona-Pandemie: Sozialvers... / 4.1 Erhöhung der Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen

Für die Übergangszeit vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 werden die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen wie folgt angepasst:

  • Arbeitet der Minijobber an mindestens 5 Tagen pro Woche, erhöht sich die Zeitgrenze von 3 Monaten auf 5 Monate.
  • Wird die Beschäftigung regelmäßig an weniger als 5 Tagen pro Woche ausgeübt, beträgt die zeitliche Begrenzung 115 anstelle von 70 Arbeitstagen.

Eine Beschäftigung ist nicht kurzfristig, wenn diese berufsmäßig ausgeübt wird und das monatliche Arbeitsentgelt 450 EUR übersteigt. Bei der Prüfung der Berufsmäßigkeit werden im Übergangszeitraum ebenfalls die geänderten Zeitgrenzen zugrunde gelegt.

Die Erhöhung der Zeitgrenzen ermöglicht es, kurzfristig Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten. Insbesondere bei der Saisonarbeit in der Landwirtschaft soll so dem drohenden Arbeitskräftemangel entgegengewirkt werden.

 
Achtung

Unterschiedliche Zeitgrenzen im Kalenderjahr 2020

Besonderheiten ergeben sich bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von kurzfristigen Beschäftigungen, die vor dem 1.3.2020 begonnen haben und im Übergangszeitraum enden oder im Übergangszeitraum beginnen und nach dem 31.10.2020 enden.

Die Einhaltung der Zeitgrenzen ist hierbei jeweils zu Beginn der Beschäftigung und erneut mit der Änderung in den Verhältnissen (Beginn bzw. Ende des Übergangszeitraums) zu beurteilen. In dem jeweiligen Beschäftigungszeitraum sind die dann geltenden Zeitgrenzen maßgeblich. Vorbeschäftigungen sind entsprechend zu berücksichtigen.

 
Praxis-Beispiel

Beschäftigungsbeginn vor dem 1.3.2020 und Beschäftigungsende im Übergangszeitraum

Eine Verkäuferin übt in der Zeit vom 15.1.2020 bis 31.5.2020 eine befristete Beschäftigung aus. Sie arbeitet an 5 Tagen pro Woche. Ihr monatliches Entgelt beträgt 1.400 EUR. Die Beschäftigung wird nicht berufsmäßig ausgeübt. Es liegen keine Vorbeschäftigungszeiten vor.

Wie ist die Beschäftigung sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung: Die Dauer der Beschäftigung übersteigt die maßgebliche Zeitgrenze von 3 Monaten. Für die Zeit vom 15.1.2020 bis 29.2.2020 handelt es sich daher um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die an die zuständige Krankenkasse zu melden ist (Personengruppe 101, Beitragsgruppenschlüssel 1111).

Aufgrund der gesetzlichen Neuregelung der Zeitgrenzen tritt zum 1.3.2020 eine Änderung in den Verhältnissen ein. Die Beschäftigung ist ab diesem Zeitpunkt neu zu beurteilen. Der Gesamtbeschäftigungszeitraum vom 15.1.2020 bis 31.5.2020 ist auf weniger als 5 Monate befristet. Für die Zeit vom 1.3.2020 bis 31.5.2020 liegt somit eine kurzfristige Beschäftigung vor. Diese ist an die Minijob-Zentrale zu melden (Personengruppe 110, Beitragsgruppenschlüssel 0000).

 
Praxis-Beispiel

Beschäftigungsbeginn im Übergangszeitraum und Beschäftigungsende nach dem 31.10.2020

Eine Pflegehilfskraft übt in der Zeit vom 15.8.2020 bis 31.12.2020 eine befristete Beschäftigung aus. Sie arbeitet an 5 Tagen pro Woche und erzielt ein monatliches Entgelt in Höhe von 1.600 EUR. Die Beschäftigung wird nicht berufsmäßig ausgeübt. Es sind keine Vorbeschäftigungen vorhanden.

Wie ist die Beschäftigung sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung: Die zu Beschäftigungsbeginn maßgebliche Zeitgrenze von 5 Monaten wird nicht überschritten. Insofern ist der Zeitraum vom 15.8.2020 bis 31.10.2020 als kurzfristige Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale zu melden (Personengruppe 110, Beitragsgruppenschlüssel 0000).

Mit dem Ende des Übergangszeitraums tritt eine Änderung in den Verhältnissen ein und die Beschäftigung ist ab 1.11.2020 neu zu beurteilen. Sodann gilt wieder die Zeitgrenze von 3 Monaten, die der Gesamtbeschäftigungszeitraum vom 15.8.2020 bis 31.12.2020 übersteigt. Die Beschäftigung ist daher für die Zeit vom 1.11.2020 bis 31.12.2020 sozialversicherungspflichtig und an die zuständige Krankenkasse zu melden (Personengruppe 101, Beitragsgruppenschlüssel 1111).

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