Zusammenfassung

 
Überblick

Für Arbeitnehmer, die aufgrund der Krise besonders belastet waren gab es diverse (Abzugs-)Möglichkeiten und Vergünstigungen. Viele Sonderregelungen sind inzwischen ausgelaufen. Einige Regelungen gelten jedoch noch bzw. sind sogar entfristet worden. Der Beitrag gibt einen Überblick mit Schwerpunkt auf den noch geltenden Sonderregelungen.

Infographic

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Steuerfreiheit von Lohnersatzleistungen ist dauerhaft in § 3 EStG, der Progressionsvorbehalt in § 32b EStG geregelt. Die übergangsweise Steuerbefreiung der Aufstockung des Kurzarbeitergelds ergab sich aus § 3 Nr. 28a EStG. Die übergangsweise Steuerfreiheit von Sonderzahlungen für alle Beschäftigten bis 1.500 EUR war in § 3 Nr. 11a EStG geregelt, der noch gültige Bonus im Kranken- und Pflegebereich wird in § 3 Nr. 11b EStG steuerfrei gestellt.

Das Bundesfinanzministerium hat zu steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen umfangreichen Katalog herausgegeben, in dem auch lohnsteuerliche Fragen angesprochen und beantwortet werden (BMF, FAQ "Corona" (Steuern), Stand v. 7.7.2022).

Lohnsteuer

1 Steuerliche Behandlung von Lohnersatzleistungen

1.1 Kurzarbeitergeld

Zahlreiche Arbeitnehmer haben in der Pandemiezeit Kurzarbeitergeld erhalten oder beziehen es noch. Die Zugangsvoraussetzungen sind vorübergehend (aktuell bis Ende September 2022, eine weitere Verlängerung ist geplant[1]) erleichtert worden. Kurzarbeitergeld ist lohnsteuerfrei.[2] Es beträgt grundsätzlich 60 bzw. 67 % des ausfallenden Nettoentgelts.[3] Der erhöhte Leistungsbetrag wird Beschäftigten mit Kindern gewährt. Für die Entscheidung darüber werden die ELStAM[4] zugrunde gelegt. Ist ein Kinderfreibetrag mit dem Zähler von mindestens 0,5 vermerkt, wird automatisch der erhöhte Leistungssatz angewendet.[5]

Die vorübergehende Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 80/87 % ist zum 30.6.2022 ausgelaufen.

Auch die erhöhten Beträge waren steuerfrei.

1.2 Aufstockung des Kurzarbeitergelds durch den Arbeitgeber

Vorübergehend waren zudem Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld steuerfrei gestellt worden.[1] Befreit waren Zuschüsse entsprechend der sozialversicherungsrechtlichen Behandlung bis 80 % des Unterschiedsbetrags zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt.[2] Die Steuerfreiheit galt für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 29.2.2020 begonnen und vor dem 1.7.2022 geendet haben.

1.3 Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz

Arbeitnehmer einzelner Firmen erhielten aufgrund deren corona-bedingter Schließung Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Während eines Beschäftigungsverbots steht den betroffenen Arbeitnehmern eine Verdienstausfallentschädigung zu. Das gilt auch bei "vorsorglicher Absonderung" (Quarantäne). Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz bleiben steuerfrei.[1]

1.4 Kinderkrankengeld

Auch für das Jahr 2022 besteht je Elternteil ein Anspruch auf Kinderkrankengeld für jedes Kind längstens für 30 Arbeitstage, für Alleinerziehende längstens für 60 Arbeitstage.

Der Anspruch besteht auch in den Fällen, in denen das Kind nicht krank ist, sondern zu Hause betreut wird, weil die Schule oder die Einrichtung zur Kinderbetreuung pandemiebedingt geschlossen ist oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt bzw. der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde.

Die Höhe des Kinderkrankengelds beträgt i. d. R. 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Auch das Kinderkrankengeld ist als Lohnersatzleistung steuerfrei.[1] Es wird jedoch nicht vom Arbeitgeber, sondern von der Krankenkasse gewährt.

1.5 Lohnersatzleistungen unterliegen dem Progressionsvorbehalt

Die vom Arbeitgeber ausgezahlten Lohnersatzleistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen und unter Nr. 15 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen. Für betroffene Arbeitnehmer darf der Arbeitgeber keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchführen. Auch der sog. permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich ist unzulässig.

Alle steuerfreien Lohnersatzleistungen (Kurzarbeitergeld, Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz, Kinderkrankengeld) unterliegen dem steuererhöhenden Progressionsvorbehalt.[1] Die Betroffenen müssen deshalb eine Einkommensteuererklärung abgeben. Die Lohnersatzleistungen werden dabei dem zu versteuernden Einkommen fiktiv zugerechnet und dafür der maßgebende Steuersatz berechnet. Mit diesem Steuersatz wird die Einkommensteuer für das tatsächliche zu versteuernde Einkommen multipliziert. Dadurch kann es zu Steuernachzahlungen kommen.

2 Schutzmaßnahmen des Arbeitgebers

Bei Hygienemaßnahmen im Betrieb im Zusammenhang mit dem Schutz vor Ansteckung handelt es sich regelmäßig um Leistungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die aufgrund des überwiegend betrieblichen Interesses nicht zu Arbeitslohn führen.

Teilweise führen Arbeitgeber bei ihren Arbeitnehmern (ggf. regelmäßig) Corona-Tests durch und übernehmen...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge