Corona-Pandemie: Lohnsteuer... / 4.1 Sonderzahlungen bis zu 1.500 EUR steuerfrei

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 EUR steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren.[1] Erfasst werden Sonderleistungen[2], welche die Beschäftigten nachdem 1.3.2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Eine Entgeltumwandlung ist demnach ausgeschlossen.

 
Hinweis

Verlängerung erfolgt bis Ende Juni 2021

Die Frist zur Auszahlung der einmaligen Prämie ist bis zum 30.6.2021 verlängert worden (ursprünglich war der 31.12.2020 vorgesehen).[3]

Die Fristverlängerung führt jedoch nicht dazu, dass eine Corona-Beihilfe im ersten Halbjahr 2021 nochmals i. H. v. 1.500 EUR steuerfrei bezahlt werden kann.[4]

Es ist zudem erforderlich, dass die Beihilfen und Unterstützungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise geleistet werden. Eine Vereinbarung über Sonderzahlungen, die vor dem 1.3.2020 ohne einen Bezug zur Corona-Krise getroffen wurde, kann nicht nachträglich in eine steuerfreie Beihilfe oder Unterstützung umgewandelt werden. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist jeweils, dass aus den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern erkennbar ist, dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt.

Steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen können an alle Beschäftigten bis zu einem Betrag von 1.500 EUR geleistet werden. Das gilt unabhängig vom Umfang der Beschäftigung (Teilzeitbeschäftigung) und davon, ob und in welchem Umfang Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Der Freibetrag von 1.500 EUR gilt je Dienstverhältnis.

§ 3 Nr. 11a EStG ist "lex specialis" für jegliche Sonderleistungen, die durch Corona bedingte Belastungen und Herausforderungen honorieren und in der maßgeblichen Zeit ab 1.3.2020 im Zusammenhang mit einem Dienstverhältnis an einen Arbeitnehmer ausgezahlt werden. Unerheblich ist, aus welchen Mitteln diese Sonderleistungen finanziert und ob sie vom Arbeitgeber oder als Arbeitslohn von Dritter Seite ausgezahlt werden. Andere Steuerbefreiungen, Bewertungsvergünstigungen oder Pauschalbesteuerungsmöglichkeiten bleiben hiervon unberührt und können ergänzend in Anspruch genommen werden.[5]

Arbeitgeberseitig geleistete Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld fallen grundsätzlich nicht unter die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11a EStG.[6]

Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen, jedoch nicht in der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt.

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