Corona-Pandemie: Lohnsteuer... / 2 Steuerliche Behandlung von Lohnersatzleistungen

2.1 Kurzarbeitergeld

Zahlreiche Arbeitnehmer beziehen in der aktuellen Krisensituation Kurzarbeitergeld. Kurzarbeitergeld ist lohnsteuerfrei. Es beträgt grundsätzlich 60 bzw. 67 % des ausfallenden Nettoentgelts. Der erhöhte Leistungsbetrag wird Beschäftigten mit Kindern gewährt. Für die Entscheidung darüber werden die ELStAM zugrunde gelegt. Ist ein Kinderfreibetrag mit dem Zähler von mindestens 0,5 vermerkt, wird automatisch der erhöhte Leistungssatz angewendet.

Je nach Dauer der Kurzarbeit erfolgt bis Ende des Jahres 2020 eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.

  • Ab dem 4. Monat des Bezugs erhöht sich das Kurzarbeitergeld für kinderlose Beschäftigte, die um mindestens 50 % weniger arbeiten, auf 70 % und ab dem 7. Monat des Bezugs auf 80 % des Lohnausfalls.
  • Bei Beschäftigten mit Kindern, die um mindestens 50 % weniger arbeiten, beläuft sich die Erhöhung ab dem 4. Monat des Bezugs auf 77 % und ab dem 7. Monat des Bezugs auf 87 %.

Auch die erhöhten Beträge bleiben steuerfrei.

 
Wichtig

Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Aufgrund der in der Corona-Krise strukturell flächendeckenden Gewährung von Kurzarbeitergeld und zur Vermeidung von sozialen Härten sind Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld vorübergehend steuerfrei gestellt worden. Nach der Neuregelung werden Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld entsprechend der sozialversicherungsrechtlichen Behandlung bis 80 % des Unterschiedsbetrags zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt steuerfrei gestellt. Maßgebend ist dabei jeweils der beitragspflichtige Bruttobetrag.

Die Steuerbefreiung ist auf Zuschüsse begrenzt, die für Lohnzahlungszeiträume geleistet werden, die nach dem 29.2.2020 beginnen und vor dem 1.1.2021 enden.

2.2 Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz

Derzeit erhalten auch Arbeitnehmer einzelner Firmen aufgrund deren corona-bedingter Schließung Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Während eines Beschäftigungsverbots steht den betroffenen Mitarbeitern eine Verdienstausfallentschädigung zu.

Vorübergehend bis Ende 2020 werden Arbeitnehmern auch Entschädigungen für den Verdienstausfall aufgrund geschlossener Betreuungseinrichtungen für Kinder oder Schulen gewährt. Der Entschädigungsanspruch wird für jede erwerbstätige Person für längstens 10 Wochen gewährt, für eine erwerbstätige Person, die ihr Kind allein beaufsichtigt, betreut oder pflegt, längstens für 20 Wochen. Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz bleiben steuerfrei.

2.3 Unbedingt zu beachten

Beide vorstehend beschriebenen Lohnersatzleistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen und unter Nr. 15 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen. Für betroffene Arbeitnehmer darf der Arbeitgeber keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchführen. Auch der sog. permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich ist unzulässig.

Die steuerfreien Lohnersatzleistungen unterliegen dem steuererhöhenden Progressionsvorbehalt. Die Betroffenen müssen deshalb eine Einkommensteuererklärung abgeben. Die Lohnersatzleistungen werden dabei dem zu versteuernden Einkommen fiktiv zugerechnet und dafür der maßgebende Steuersatz berechnet. Mit diesem Steuersatz wird die Einkommensteuer für das tatsächliche zu versteuernde Einkommen multipliziert. Dadurch kann es zu Steuernachzahlungen kommen.

Auch steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld sind in der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen und unterliegen dem Progressionsvorbehalt.

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