Corona-Pandemie: Handlungsm... / 2.9.2 Finanzielle Mittel beschaffen

Bei Maßnahmen nach Infektionsschutzgesetz ist an die rechtzeitige Antragstellung für die Entschädigung nach § 56 IfSG zu denken.

Bund und Länder bieten zudem verschiedene Förderprogramme. Die Überbrückungshilfe des Bundes (zur anteiligen Deckung der Fixkosten) und die NRW Überbrückungshilfe Plus (zur Deckung der Lebenshaltungskosten anstelle von ALG II) betrifft in der ersten Phase die Monate Juni bis August 2020. Anträge dafür sind bis zum 9.10.2020 möglich.

Die zweite Phase der Überbrückungshilfe (mit gewissen Erleichterungen beim Zugang, Aufhebung der Deckelungsbeträge, Erhöhung der Fördersätze) betrifft die Monate September bis Dezember 2020. Anträge dafür können voraussichtlich ab Mitte Oktober gestellt werden.

Außerdem werden verschiedene Kredite über die KfW oder andere Banken (etwa NRW.BANK) sowie besondere Landesbürgschaften angeboten. Kleine Unternehmen und Existenzgründer können Hilfen aus dem Mikromezzaninfonds erhalten, große Unternehmen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Speziell um Ausbildungsplätze zu sichern, können kleine und mittlere Unternehmen (KMU bis 249 Beschäftigte) seit August 2020 folgende Fördermittel bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen:

  • Ausbildungsprämie (2.000 EUR je Ausbildungsvertrag) für KMU, die genauso viele Auszubildende einstellen wie in den letzten 3 Jahren.
  • Ausbildungsprämie plus (3.000 EUR je zusätzlichem Ausbildungsvertrag) für KMU, die mehr Auszubildende einstellen als in den 3 Jahren zuvor.

Die Prämien setzen voraus, dass aufgrund der Corona-Pandemie für mindestens einen Monat Kurzarbeit eingeführt wurde oder der Umsatz um 60 % eingebrochen ist.

  • Zuschuss zur Ausbildungsvergütung (75 % der Bruttovergütung) für jeden Monat von August bis Dezember 2020, wenn der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 % angezeigt hat, aber die Ausbildung ohne Einschränkung fortgeführt wird.
  • Übernahmeprämie (3.000 EUR für jeden Ausbildungsvertrag) für KMU, die bis Dezember 2020 einen Auszubildenden von einem anderen Unternehmen übernehmen, das die Ausbildung wegen Insolvenz aufgrund der Corona-Krise beenden musste.

Die Fördermittel gibt es für

  • Ausbildungsberufe in allen Bereichen der Wirtschaft,
  • Ausbildungsberufe nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und Altenpflegegesetz,
  • praxisintegrierte Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen nach Bundes- oder Landesrecht.

Einzelheiten regelt die erste Förderrichtlinie des BMAS und BMBF.[1] Eine zweite Förderrichtlinie zur Unterstützung von pandemiebedingter temporärer Auftrags- und Verbundausbildung soll zeitnah folgen.

[1] Erste Förderrichtlinie für das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern", BAnz AT 31.7.2020 B1.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge