Compliance-Management: Bede... / 2.4.2 Besonderheiten von Compliance-Risiken

Compliance-Risiken sind unter der Rubrik "Operative Risiken – Rechtsrisiken" Teil des allgemeinen Risikomanagementsystems des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund weisen sie allerdings einige Besonderheiten auf.

Generell gilt der Grundsatz: Keine Chancen ohne Risiken. Das allgemeine Risikomanagement hat daher zur Aufgabe, Chancen und Risiken unter Abschätzung von Wahrscheinlichkeit, Schadenshöhe und Kosten zu optimieren und mögliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg einzuschätzen.

 
Wichtig

Der staatliche Durchsetzungsanspruch für straf- oder bußgeldbewehrte Normen kennt grundsätzlich keine wirtschaftliche Risikoabwägung, die sich an Eintrittswahrscheinlichkeiten und Folgebewertung orientiert. Wer so vorgeht – und dies durch seine Risikoerfassung und Berichterstattung dokumentiert –, riskiert den Vorwurf, Rechtsverstöße fahrlässig oder wissentlich in Kauf genommen zu haben.

Viele Compliance-Risiken ähneln Katastrophenrisiken. Sie realisieren sich zum Glück so selten, dass Mitarbeiter sinnvollerweise keine eigenen erfahrungsbasierten Eintrittswahrscheinlichkeiten und Folgebewertungen abgeben können. Ferner sind sie häufig mit der persönlichen Verantwortung der zuständigen Führungskräfte verbunden. Das spiegelt sich bei Risikobewertungen im Wege der Selbsteinschätzung wider: Umfeldbedingte, nicht persönlich zuordenbare Risiken werden generell eher hoch eingeschätzt. Das Gleiche gilt für Risiken, die zur Begründung von Budget- oder Personalanforderungen dienen können. Risiken, die auf persönlich zurechenbares Verhalten zurückgehen oder besondere Führungsverantwortung verlangen, werden demgegenüber typischerweise eher niedrig bewertet.

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