Bewertung lohn- und einkomm... / 5 Freibetrag für voraussichtliche Aufwendungen

Bestimmte Aufwendungen können durch Berücksichtigung eines Freibetrags als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal bereits beim Lohnsteuerabzug zu einer Steuerermäßigung und damit zu einem höheren Nettolohn beim Arbeitnehmer führen. Nachfolgend ist ausschließlich das Eintragungsverfahren behandelt. Ausgenommen bleiben die materiell-rechtlichen Voraussetzungen, die für die steuerliche Anerkennung der eintragungsfähigen Aufwendungen im Einzelnen erfüllt sein müssen und die bereits beim Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren zu beachten sind.

Keine Auswirkung auf beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

Der Lohnsteuer-Freibetrag für voraussichtliche Aufwendungen hat keine Bedeutung für das beitragspflichtige Arbeitsentgelt zur Sozialversicherung.

5.1 Überblick: Berücksichtigungsfähige Aufwendungen

Welche Aufwendungen im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt werden dürfen, ist im Gesetz abschließend geregelt.[1] Für folgende Aufwendungen kann bereits beim Lohnsteuerabzug eine Ermäßigung (Freibetrag) in Anspruch genommen werden:

  • Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, soweit sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR oder bei Versorgungsbezügen den Pauschbetrag von 102 EUR übersteigen;
  • Sonderausgaben[2] – ohne Vorsorgeaufwendungen – , soweit sie den Pauschbetrag von 36 EUR/bzw. 72 EUR übersteigen. Hierzu gehören auch Aufwendungen für die Betreuung von Kindern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Solche Kinderbetreuungskosten können i. H. v. 2/3 der Aufwendungen, höchstens bis zu 4.000 EUR pro Kind und Jahr, als Sonderausgaben berücksichtigt werden[3], Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien sind als Sonderausgaben auch zu berücksichtigen, soweit eine Steuerermäßigung in Betracht kommt[4], nicht hingegen Mitgliedsbeiträge und Spenden an unabhängige Wählervereinigungen.[5]
  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, denen die Steuerklasse II wegen der zu Recht bescheinigten Steuerklasse III nicht bescheinigt werden kann. In Betracht kommen verwitwete Arbeitnehmer, denen im Jahr des Todes und im Folgejahr der Splittingtarif zusteht.[6]
  • Der Betrag, der für außergewöhnliche Belastungen nach Kürzung um die zumutbare Belastung zu gewähren ist.[7]
  • Die Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene.[8]
  • Die folgenden Beträge in gleichem Umfang wie sie bei der Festsetzung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu berücksichtigen sind:

    • Abzugsbeträge beim eigengenutzten Grundbesitz[9] nach § 15b BerlinFG,
    • Verlustvortragsbeträge[10],
    • Verluste nach § 7b EStG[11],
    • die negative Summe der Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (mit Ausnahme der Einkünfte aus Kapitalvermögen),
    • das 4-Fache der Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen[12],
    • Kinderfreibeträge für Kinder, für die der Arbeitnehmer wegen Wohnsitzes außerhalb eines EU/EWR-Staates kein Kindergeld erhält.[13] Dasselbe gilt für den diesen Kindern zu gewährenden Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung.

Kein Freibetrag für Vorsorgeaufwendungen

Vorsorgeaufwendungen (Versicherungsbeiträge) können nicht als Freibeträge eingetragen werden. Hierzu gehören insbesondere der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Krankenversicherung oder die Beiträge für eine private Krankenvollversicherung sowie die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Diese Aufwendungen werden durch die Vorsorgepauschale berücksichtigt, die in die Lohnsteuerberechnungsprogramme bereits eingearbeitet ist.[14]

5.2 Werbungskosten

Da der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR in die Lohnsteuerberechnungsprogramme eingearbeitet ist, können nur für die Werbungskosten elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale gebildet werden, die den Pauschbetrag übersteigen. In Betracht kommen im Wesentlichen Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte, Reisekosten und Mehraufwendungen bei einer doppelten Haushaltsführung, soweit der Arbeitgeber diese Aufwendungen nicht steuerfrei ersetzt.

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt die Entfernungspauschale 0,30 EUR pro Entfernungskilometer bzw. ab dem 21. Entfernungskilometer 0,35 EUR, und zwar grundsätzlich unabhängig davon, welches Verkehrsmittel der Arbeitnehmer benutzt.[1] Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel können über die Entfernungspauschale hinaus in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten angesetzt werden.

 
Wichtig

Höhere Pendlerpauschale ab 2021

Zur Entlastung der Fernpendler wurde aufgrund des Klimaschutzprogramms 2030 die Entfernungspauschale erhöht und zwar ab dem 1.1.2021 um 0,05...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge