Bewertung lohn- und einkomm... / 4 Freibeträge für Kinder

4.1 Kinder- und Erziehungsfreibetrag

Unterjährig erfolgt die steuerliche Berücksichtigung von Kindern im Rahmen des Familienleistungsausgleichs[1] durch das Kindergeld.[2] Bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer wird geprüft, ob sich durch Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder[3] eine höhere Steuerentlastung ergibt. Der Kinderfreibetrag beträgt 2020 jährlich 2.586 EUR bzw. 5.172 EUR bei verheirateten Arbeitnehmern (2019: 2.490 EUR bzw. 4.980 EUR).

Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung

Außerdem wird ein einheitlicher Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildungsbedarf von 1.320 EUR bzw. 2.640 EUR gewährt. Der zusätzliche Freibetrag für Kinder ist an dieselben Altersvoraussetzungen geknüpft wie der eigentliche Kinderfreibetrag. Er wird deshalb für Kinder bis zum 18. Lebensjahr ohne weitere Voraussetzungen gewährt. Ab Vollendung des 18. Lebensjahres kann er nur in bestimmten abschließend geregelten Fällen, z. B. während der Berufsausbildung, in Anspruch genommen werden.

Auf die Höhe der eigenen Einkünfte und Bezüge kommt es bei volljährigen Kindern nicht an, soweit sie sich in der ersten Berufsausbildung befinden.

Keine Berücksichtigung in der Sozialversicherung

Der Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung ist für die Beitragsberechnung in der Sozialversicherung nicht zu beachten. Bei der Entgeltabrechnung ist daher das ungekürzte Brutto-Arbeitsentgelt maßgebend.

Antrag auf Übertragung des Freibetrags

Bei minderjährigen Kindern wird der dem Elternteil, in dessen Wohnung das Kind nicht gemeldet ist, zustehende Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf Antrag des anderen Elternteils auf diesen übertragen, wenn bei dem Elternpaar die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung[4] nicht vorliegen.[5]

Wenn ein sorgeberechtigter Elternteil, der sein minderjähriges Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat, für sich und sein Kind Leistungen nach dem SGB II bezieht, ist die Übertragung des diesem für sein Kind zustehenden Kinderfreibetrags und des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf den anderen Elternteil, der den Barunterhalt für das gemeinsame Kind leistet, nicht zulässig.[6]

Geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Eheleuten steht grundsätzlich jeweils der hälftige Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes zu. Der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, kann der beantragten Übertragung seines Freibetrags auf den anderen Elternteil widersprechen, wenn er – in nicht unwesentlichem Umfang – Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind betreut. Der BFH geht von einem zeitlichen Betreuungsanteil von jährlich durchschnittlich 10 % aus.[7]

4.2 Keine Berücksichtigung bei der Lohnsteuerberechnung

Die Kinderfreibeträge sind für das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren nur von geringer Bedeutung, da Kinderfreibeträge bei der Bemessung der Lohnsteuer nicht berücksichtigt werden, sondern nur bei der Einkommensteuerveranlagung. Dasselbe gilt für den zusätzlichen Freibetrag für die Betreuung, Erziehung und Ausbildung des Kindes gewährt wird. Während des Kalenderjahres wird den Aufwendungen für den Unterhalt der Kinder ausschließlich über das ausgezahlte Kindergeld Rechnung getragen.

4.3 Auswirkung auf Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Gleichwohl werden für Kinderfreibeträge elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale gebildet[1], weil sich diese im Lohnsteuerabzugsverfahren auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer mindernd auswirken. Steuertechnisch geschieht dies dadurch, dass bei Arbeitnehmern mit Kindern als Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer bzw. den Solidaritätszuschlag eine fiktive Lohnsteuer berechnet wird, die sich unter Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder ergibt.[2]

Automatische Berücksichtigung im Lohnabrechnungsprogramm

Die sich durch die Berücksichtigung von Kindern ergebenden geringeren Zuschlagsteuern sind bereits in die Lohnsteuerberechnungsprogramme eingearbeitet. Die Lohnsteuertabellen unterscheiden deshalb für Zwecke des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer neben den Steuerklassen weiterhin die verschiedenen Kinderfreibeträge. Entscheidend für die Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen beim Lohnsteuerabzugsverfahren ist ausschließlich die Bildung eines elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmals.

4.4 Berücksichtigung in Steuerklasse IV

Für die Berechnung des Solidaritätszuschlags und ggf. der Kirchenlohnsteuer werden die Freibeträge für Kinder mit dem Zähler 0,5 bzw. 1,0 usw. eingetragen. Bei Arbeitnehmern mit Steuerklasse IV werden die insgesamt eingetragenen Kinderfreibeträge je zur Hälfte auf die beiden Arbeitnehmer-Ehe-/Lebenspartner verteilt, auch wenn das Kindschaftsverhältnis nur zu einem Ehe-/Lebenspartner be...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge