Bewertung lohn- und einkomm... / 1.9 Bemessungsgrundlage für die Berechnung des Versorgungsfreibetrags

Bei der Berechnung des steuerfreien Teils der Versorgungsbezüge ist von den Bruttobeträgen auszugehen. Eine Kürzung dieser Bezüge um den Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR jährlich ist nicht vorzunehmen, weil dieser in die Lohnsteuertabelle für Versorgungsbezüge eingearbeitet ist.

Die in der ELStAM-Datenbank eingetragenen Freibeträge müssen für die Lohnsteuerberechnung von dem steuerpflichtigen Teil der Versorgungsbezüge abgezogen werden. Daher muss zuerst vom Bruttobetrag der Versorgungsbezüge der anzusetzende (steuerfreie) Teil des Versorgungsfreibetrags und des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag abgezogen werden. Anschließend muss der verbleibende Betrag um einen als ELStAM eingetragenen Freibetrag gekürzt werden.

 
Praxis-Beispiel

Versorgungsbezüge bei zu berücksichtigendem Freibetrag

Ein ehemaliger Arbeitnehmer erhält aus einer betrieblichen Versorgungskasse ab Januar 2021 begünstigte Versorgungsbezüge von monatlich 550 EUR (jährlich 6.600 EUR). Der ab dem Kalenderjahr 2021 steuerfrei bleibende jährliche Versorgungsfreibetrag beträgt 1.003 EUR (15,2 % v. 6.600 EUR). Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag beträgt 342 EUR. In den ELStAM ist ein jährlicher Lohnsteuerfreibetrag von 2.400 EUR eingetragen.

Ergebnis: Zur Ermittlung des steuerpflichtigen Teils der Bezüge ist stets auf einen Jahresarbeitslohn hochzurechnen; dies gilt auch für den Versorgungsfreibetrag. Der steuerpflichtige Teil der Bezüge berechnet sich wie folgt:

 
Begünstigte Versorgungsbezüge 6.600 EUR
Abzüglich Versorgungsfreibetrag mit Zuschlag (1.003 EUR + 342 EUR) - 1.345 EUR
Abzüglich Lohnsteuerfreibetrag (200 EUR × 12) - 2.400 EUR
Lohnsteuerpflichtiger Betrag 2.855 EUR

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