Bewegung und Psyche: Stress... / 3 Entstehung von Stress

Betrachtet man die Stressentstehung auf der psychologischen Ebene, so sollte v. a. das transaktionale Stressmodell von Lazarus hervorgehoben werden.[1] Dieses Modell gibt einen ganzheitlichen Überblick über die Stressentstehung und Stressbewältigung. Es basiert auf der Grundannahme, dass Stress immer dann entsteht, wenn interne oder externe Anforderungen die zur Verfügung stehenden Ressourcen voll in Anspruch nehmen oder auch übersteigen können. Auf Basis von 2 Bewertungen, der primären Bewertung bzgl. der Anforderungen und der zweiten Bewertung bzgl. der Ressourcen, wird entschieden, ob eine Stressreaktion ausgelöst wird oder nicht.

Wird eine potenziell stressige Situation wahrgenommen, entscheidet die primäre Einschätzung einer Person darüber, ob die Situation als individuell stressbezogen bewertet wird. In der sekundären Bewertung wird ein Ressourcenabgleich vorgenommen. Kommt die Person zu dem Schluss, dass sie die Situation mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen bewältigen kann, entsteht positiver Stress (Eustress). Ist das Gegenteil der Fall, so entsteht negativer Stress (Distress). Die individuelle Wahrnehmung von Situationen im Zusammenhang mit der kognitiven Bewertung der eigenen Ressourcen ist also der entscheidende Faktor bei der Frage, ob eine Person Stress empfindet oder nicht.[2]

 
Praxis-Tipp

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Seit 2013 muss eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchgeführt werden. Nutzen Sie hierbei die Gelegenheit und prüfen Sie – beispielsweise im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung – ob und inwiefern sich die Beschäftigten in Ihrem Unternehmen gestresst fühlen. Mögliche Items zur Ermittlung von Stressbelastung und Stresssymptomen liefert der Fragebogen Stress- und Coping-Inventar von L. Satow.

[1] Fuchs/Klaperski (2016): Stressregulation durch Sport und Bewegung. In Fuchs/Gerber (Hrsg.), S. 1–22. Berlin: Springer.
[2] Fuchs/Klaperski (2016): Stressregulation durch Sport und Bewegung. In Fuchs/Gerber (Hrsg.), S. 1–22. Berlin: Springer.

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