Betriebsveranstaltung / 7 Besteuerung steuerpflichtiger Zuwendungen

Überschreitet der Gesamtbetrag der üblichen Zuwendungen den Freibetrag von 110 EUR, ist nur der übersteigende Teilbetrag der Zuwendungen lohnsteuerpflichtig.[1]

Der Lohnsteuerabzug ist entweder nach den individuellen ELStAM des Arbeitnehmers vorzunehmen oder es ist eine Pauschalbesteuerung mit 25 % durchzuführen.[2] Die Pauschalbesteuerung kann für den Arbeitgeber von Vorteil sein, da für die pauschal besteuerten Leistungen die Beiträge zur Sozialversicherung entfallen.[3]

 
Praxis-Tipp

Beitragsfreiheit nur bei zeitnaher Pauschalbesteuerung

Zu beachten ist, dass die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung seit 16.4.2015 nur noch eintritt, wenn die Pauschalbesteuerung zeitnah im Rahmen der jeweiligen Lohnabrechnung, spätestens jedoch bis zur Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigung zum 28.2. des Folgejahres erfolgt.[4] Ursächlich für diese von der Lohsteuer abweichende Behandlung ist, dass in der Sozialversicherung nicht das Zuflussprinzip, sondern der Entgeltanspruch über die Beitragserhebung entscheidet. Die Arbeitsentgelteigenschaft ist deshalb bereits im Zeitpunkt der Entstehung des Beitragsanspruchs zu beurteilen. Macht der Arbeitgeber erst im Rahmen einer Lohnsteuer-Außenprüfung von der Pauschalbesteuerung mit 25 % für die steuerpflichtige Betriebsveranstaltung Gebrauch, kann nach den sozialversicherungsrechtlichen Zeitvorgaben die gleichzeitige Beitragsfreiheit regelmäßig nicht mehr erreicht werden.[5]

Keine Lohnsteuerpauschalierung bei Geldgeschenken

Begünstigt sind ausschließlich Sach- und Barzuwendungen, die für eine Betriebsveranstaltung bzw. aus deren Anlass gewährt werden. Erhalten Arbeitnehmer anlässlich einer Weihnachtsfeier Geldgeschenke, die kein zweckgebundenes Zehrgeld sind, scheidet die Möglichkeit der pauschalen Lohnsteuer aus, weil der Arbeitgeber lediglich die Gelegenheit der Betriebsveranstaltung nutzt, um die für die Arbeitnehmer frei verfügbaren Geldmittel zu übergeben.[6] Der Lohnsteuerabzug bestimmt sich nach den für sonstige Bezüge geltenden Grundsätzen.

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