Betriebliche Gesundheitsför... / 4 Leistung im überwiegenden betrieblichen Interesse

Leistungen zur Gesundheitsförderung der Arbeitnehmer sind oftmals im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Solche Leistungen sind kein Arbeitslohn und unterliegen nicht dem Lohnsteuerabzug.

Maßnahmen zur Vermeidung berufsspezifischer Erkrankungen können im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen und sind deshalb nicht als Arbeitslohn einzustufen. Voraussetzung in diesen Fällen ist jedoch, dass die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Verhinderung krankheitsbedingter Arbeitsausfälle durch Auskünfte des medizinischen Dienstes einer Krankenkasse bzw. Berufsgenossenschaft oder durch ein Sachverständigengutachten bestätigt wird.[1] Ebenso können vom Arbeitgeber veranlasste unentgeltliche Vorsorgeuntersuchungen im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse liegen.[2]

Nicht als Arbeitslohn anzusehen sind auch die vom Arbeitgeber aufgrund gesetzlicher Verpflichtung übernommenen Kosten für eine spezielle Sehhilfe für Bildschirmarbeitsplätze.[3]

Leistungen zur allgemeinen Verbesserung der Arbeitsbedingungen, z. B. die Bereitstellung von Aufenthalts- und Erholungsräumen sowie von betriebseigenen Dusch- und Badeanlagen stellen ebenso keinen Arbeitslohn dar.[4]

Überwiegendes Arbeitgeberinteresse vs. Bereicherung des Arbeitnehmers

Die Abgrenzung von überwiegendem Arbeitgeberinteresse einerseits und Bereicherung des Arbeitnehmers andererseits ist jedoch schwierig. Wegen der Steuerbefreiung erübrigt sie sich lohnsteuerlich bei Beträgen bis 600 EUR. Übersteigen die Zuwendungen dagegen den Freibetrag von 600 EUR, ist eine Abgrenzung erforderlich. Als Maßnahmen im überwiegenden betrieblichen Interesse sind u. a. Rückentrainingsprogramme für Arbeitnehmer an Bildschirmarbeitsplätzen denkbar.

 
Hinweis

Seminarkosten für "Sensibilisierungswoche" sind Arbeitslohn

Die Teilnahme von Mitarbeitern an sog. Sensibilisierungswochen des Arbeitgebers ist als Zuwendung mit Entlohnungscharakter und damit als Arbeitslohn zu qualifizieren.[5] Die angebotene Sensibilisierungswoche umfasste u. a. Kurse zu gesunder Ernährung und Bewegung, Körperwahrnehmung, Stressbewältigung, Herz-Kreislauf-Training, Achtsamkeit, Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit. Es handelte sich um Seminare zur Vermittlung von Erkenntnissen über einen gesunden Lebensstil, die keinen Bezug zu berufsspezifisch bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben. Im Urteilsfall verblieb nach Anwendung der Steuerbefreiung ein steuerpflichtiger Lohnanteil.

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