Betriebliche Gesundheitsför... / 2.3 Verhaltensbezogene Prävention

Zur verhaltensbezogenen Prävention gehören Maßnahmen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken (primäre Prävention) sowie die Förderung des selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handels (Gesundheitsförderung). Dabei handelt es sich regelmäßig um sog. Präventionskurse. Die Maßnahmen richten sich an den einzelnen Arbeitnehmer. Hierunter fallen etwa gesundheitssportliche Aktivitäten wie Rückenschule und Yoga. Bei verhaltensbezogener Prävention ist seit 2019 die Zertifizierung der Maßnahme zwingende Voraussetzung für die Gewährung der Steuerbefreiung.

Informationen zu zertifizierten Kursen in der Umgebung finden sich bei den Krankenkassen bzw. beim GKV-Spitzenverband.

 
Wichtig

Massagen sind nicht zertifizierbar

Massagen fallen nicht in den Katalog der Krankenkassen und sind deshalb nicht zertifizierbar. Auch physiotherapeutische Behandlungen oder sog. Screenings (Suche nach Krankheiten) können nicht steuerfrei gewährt werden.

Externe Maßnahmen: Steuerbefreiung gilt auch für Barleistungen

Unter die Steuerbefreiung fallen auch Barzuschüsse des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter für extern durchgeführte Maßnahmen. Die extern durchgeführten Maßnahmen müssen jedoch den vorstehenden Anforderungen gerecht werden.

Die Übernahme bzw. Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios ist nicht steuerbefreit. Sie fallen auch nicht anteilig unter die Steuerbefreiung. Gleiches gilt für Maßnahmen ausschließlich zum Erlernen einer Sportart.

 
Praxis-Tipp

Zwei Arten der steuerfreien Gesundheitsfürsorge

Die Steuerfreiheit ist also im Ergebnis extern sowie intern möglich für:

  • zertifizierte Leistungsangebote zur verhaltensbezogenen Prävention (Präventionskurse), auf die der Arbeitgeber zurückgreift[1] und
  • sonstige (nicht zertifizierungspflichtige) verhaltensbezogene Maßnahmen des Arbeitgebers im Zusammenhang mit einem betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess, die den Vorgaben des Leitfadens Prävention genügen.[2]

Infographic

 
Hinweis

Ungeklärte Zweifelsfragen

Eine bundesweit gültige Umsetzungshilfe zur steuerlichen Anerkennung von Arbeitgeberleistungen ist seit Langem angekündigt, steht aber bisher aus.

Streitig ist beispielsweise die Frage, ob auch nicht zertifizierte Präventionskurse, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen des SGB V genügen, begünstigt sind, wenn sie im Auftrag eines Arbeitgebers allein für dessen Beschäftigte durchgeführt werden.

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat das in einer von ihr herausgegeben Arbeitshilfe bejaht.[3]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge