Betriebliche Gesundheitsför... / 2 Begünstigte Maßnahmen

Die Steuerfreiheit gilt ausschließlich für die im SGB V beschriebenen Leistungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung, die durch die Spitzenverbände der Krankenkassen konkretisiert wurden. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist in den §§ 20, 20b SGB V geregelt.

Die begünstigten Maßnahmen haben folgende Zielsetzungen:

  • allgemeine Reduzierung von Bewegungsmangel sowie Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme,
  • Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparats,
  • allgemeine Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung sowie Vermeidung und Reduktion von Übergewicht,
  • gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung (z. B. Ausrichtung der Betriebsverpflegungsangebote an Ernährungsrichtlinien und Bedürfnissen der Beschäftigten, Schulung des Küchenpersonals, Informations- und Motivierungskampagnen),
  • Stressbewältigung und Entspannung (Vermeidung stressbedingter Gesundheitsrisiken),
  • Förderung der individuellen Kompetenzen der Stressbewältigung am Arbeitsplatz, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung,
  • Einschränkung des Suchtmittelkonsums (allgemeine Förderung des Nichtrauchens, "rauchfrei" im Betrieb, gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol, allgemeine Reduzierung des Alkoholkonsums, Nüchternheit am Arbeitsplatz).

     

    Hinweis

    Seminarkosten für Sensibilisierungswoche sind Arbeitslohn

    Die Teilnahme von Mitarbeitern an sog. Sensibilisierungswochen des Arbeitgebers ist nach bisheriger Rechtsprechung als Zuwendung mit Entlohnungscharakter und damit als Arbeitslohn zu qualifizieren. Es handelt sich um Seminare zur Vermittlung von Erkenntnissen über einen gesunden Lebensstil, die keinen Bezug zu berufsspezifisch bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben.

Zertifizierung für betriebliche Gesundheitsförderung

Ab 2019 ist eine Anpassung der Steuerbefreiung an das sog. Präventionsgesetz erfolgt. Unter die Steuerbefreiung fallen danach Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Prävention und Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen.

Die Zertifizierung war bisher nicht Voraussetzung für die Steuerbefreiung. Für bereits vor dem 1.1.2019 begonnene, unzertifizierte Gesundheitsmaßnahmen ist das Zertifizierungsverfahren erstmals maßgeblich für Sachbezüge, die nach dem 31. Dezember 2019 gewährt werden. Informationen zu zertifizierten Kursen in der Umgebung finden sich bei den Krankenkassen bzw. beim GKV-Spitzenverband.

Externe Maßnahmen: Steuerbefreiung gilt auch für Barleistungen

Unter die Steuerbefreiung fallen auch Barzuschüsse des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter für extern durchgeführte Maßnahmen. Die extern durchgeführten Maßnahmen müssen den vorstehenden Anforderungen gerecht werden. Die Übernahme bzw. Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios ist jedoch nicht steuerbefreit.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge