Berufliche Aufstiegsfortbil... / 1.3 Aktuelle Reform

Mit dem 3. Änderungsgesetz vom 4.4.2016 verfolgt die Bundesregierung das Ziel, durch Leistungsverbesserungen, durch die Erweiterung der Fördermöglichkeiten und durch strukturelle Modernisierungen im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) berufliche Aufstiegsfortbildungen noch attraktiver zu machen. Mögliche Hemmschwellen Fortbildungsinteressierter bei der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, der Vereinbarkeit von Fortbildung, Beruf und Familie oder der Finanzierung werden abgebaut. So sollen noch mehr Menschen für anspruchsvolle Aufstiegsfortbildungen im dualen System beruflicher Bildung gewonnen werden. Zugleich soll ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fach- und Führungskräftenachwuchses aus dem dualen System für Wirtschaft und Gesellschaft geleistet werden.

Die Durchlässigkeit aus der akademischen Bildung in die berufliche Aufstiegsfortbildung soll durch die Öffnung der AFBG-Förderung für Hochschulabsolventen mit einem Bachelorabschluss als höchstem Hochschulabschluss ausgebaut werden. Für eine AFBG-geförderte Prüfungsvorbereitung wird nunmehr konsequent an die Prüfungszulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Fortbildungsordnung angeknüpft. Dadurch sollen zukünftig auch Teilnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die moderne Zugänge zur Aufstiegsprüfung in Fortbildungsordnungen – etwa für Studienabbrecher – nutzen wollen, bei einer Vorbereitungsmaßnahme mit AFBG gefördert werden können.

Darüber hinaus soll durch das Gesetz die Gleichwertigkeit des beruflichen mit dem akademischen Qualifizierungsweg gestärkt werden. Durch das 25. Gesetz zur Änderung des Berufsausbildungsförderungsgesetzes[1] sind in den vergangenen Jahren bereits substanzielle Verbesserungen für Studierende und für BAföG-beziehende Fachschüler und Fachschülerinnen umgesetzt worden. Nun soll mit diesem Gesetz das Förderangebot für die Teilnehmer an Aufstiegsfortbildungen im beruflichen System gleichwertig verbessert werden. Ein besonderer Fokus wurde auch bei dieser dritten Novelle des AFBG auf die Vereinbarkeit von Familie und Aufstiegsfortbildung gelegt. Dazu zählen insbesondere die Flexibilisierung der notwendigen Teilzeitfortbildungsdichte, die Unschädlichkeit von Unterbrechungen zwischen Maßnahmeabschnitten, wenn alle Maßnahmeabschnitte innerhalb des maximalen Zeitrahmens absolviert werden, die Erweiterung des Sozialerlasses auf Pflege und die überproportionale Anpassung von kinderbezogenen Leistungen wie die des Kindererhöhungsbetrages oder des einkommensunabhängigen Kinderbetreuungszuschlages für Alleinerziehende.

Seit dem 2. AFBG-Änderungsgesetz hat sich die regelmäßig landesrechtlich geregelte Fortbildung zum staatlich geprüften Erzieher und zur staatlich geprüften Erzieherin zur zweitgrößten Gefördertengruppe im AFBG entwickelt. Durch die konsequente Anknüpfung der Fördermöglichkeit mit AFBG an die Prüfungszulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Fortbildungsordnung oder die Präzisierung der Berücksichtigung von unterrichtsfreien Zeiten wie Ferien in der Förderung vollzeitfachschulischer Maßnahmen werden die besonderen Rahmenbedingen für die Tätigkeiten dieser Personengruppe berücksichtigt. Zugleich wurde damit auch dem gemeinsamen Ziel von Bund und Ländern, Menschen für die Aufstiegsfortbildung zum Erzieher und zur Erzieherin – auch jenseits der Altersgrenzen des BAföG – zu gewinnen, Rechnung getragen.

[1] 25. BAföGÄndG v. 23.12.2014, BGBl 2014 I S. 2475.

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